Taxi-Streit: : Wem gehört die "5555"?

Sylts wohl bekannteste Taxi-Rufnummer: Der Streit um 5555 führte dazu, dass die Telekom den Anschluss lahm legte.  Foto: Bergmann
Sylts wohl bekannteste Taxi-Rufnummer: Der Streit um 5555 führte dazu, dass die Telekom den Anschluss lahm legte. Foto: Bergmann

Weil zwei Sylter Taxi-Unternehmen miteinander im Clinch liegen, gucken die Fahrgäste in die Röhre: Der Streit um die Rufnummer 5555 eskalierte in den vergangenen Tagen so sehr, dass Kunden tagelang keinen Anschluss hatten.

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06. Januar 2009, 10:43 Uhr

Westerland | "Diese Rufnummer ist uns nicht bekannt." Wer in den ersten Tagen des neuen Jahres beispielsweise unter der Nummer 5555 ein Taxi bestellen wollte, bekam diese automatische Ansage der Telekom zu hören. Sylts wohl geläufigste Taxi-Rufnummer und nicht bekannt?

Wie berichtet, hatte das Ausscheiden der bisherigen Sylter Funktaxenzentralen-Gesellschafterin Marion Kallmeyer zu einem Streit um die seit 20 Jahren auf der Insel beworbene Telefonnummern geführt. Ein Streit, der rund um den Jahreswechsel einen neuen Höhepunkt erreichte: Im Herbst hatte Kallmeyer ihren Ausstieg zum 31. Dezember erklärt und die umstrittenen Rufnummern zum 1. Januar auf ihr neues, am Westerländer Gaadt sitzendes Unternehmen (Taxiruf Sylt) umschalten lassen.
Einstweilige Verfügung gilt noch

Und das, obwohl das Landgericht Flensburg zwischenzeitlich - genau gesagt am 16. Dezember - eine einstweilige Verfügung erlassen hatte, nach der ihr genau dies untersagt wurde. Ein Gerichtssprecher erklärte gestern auf Nachfrage unserer Zeitung, dass gegen diesen Beschluss allerdings Widerspruch eingelegt wurde. Gültig sei er aber zurzeit trotzdem.

Gegen die Umschaltung der Nummern setzte sich die Taxenzentrale am Westerländer Trift zur Wehr und überzeugte die Telekom davon, diese wieder rückgängig zu machen.
Anschluss wechselt hin und her

Allerdings nur zeitweise. Horst Weinrebe, Geschäftsführer der Funktaxenzentrale, erklärt: "Es wechselte immer hin und her. Eine Stunde liefen die Anrufe bei uns auf, 30 Minuten später wieder bei ihr."

Ein Chaos, das darin gipfelte, dass die Telekom die Leitung am 2. Januar komplett abklemmte - Anrufer hörten bis zum gestrigen Vormittag, dass die von ihnen gewählte Nummer nicht bekannt sei. Von etwa 9.30 Uhr bis 11 Uhr lief sie gestern wieder, wie vom Gericht angeordnet, in Weinrebes Zentrale auf. Dann gab es erneut eine Umstellung und ab etwa 15.30 Uhr hieß es eine Dreiviertelstunde lang sogar wieder "Die gewählte Rufnummer ist zurzeit nicht erreichbar"… Letztlich wurde gegen 16.15 Uhr wieder auf das Unternehmen Kallmeyer umgestellt.
Keine Stellungnahmen

Telekom-Sprecherin Claudia Brandes aus Hamburg verwies gestern auf Nachfrage unserer Zeitung darauf, dass es sich bei dem ganzen Streit um ein schwebendes Verfahren handle, zu dem das Unternehmen noch keine Stellungnahme abgeben könne.

Während sich Kallmeyer im Recht sieht, gegenüber unserer Zeitung aber gestern keine öffentliche Stellungnahme abgeben wollte, verweist Weinrebe auf den Gerichtsbeschluss: "Frau Kallmeyer hat mittlerweile drei Mal gegen die einstweilige Verfügung verstoßen und die Nummer immer wieder auf ihre Zentrale schalten lassen. Nach der Auskunft unseres Rechtsanwaltes ist das ein absolut einmaliger Vorgang. Er erwartet, dass dafür bis zu 200.000 Euro Bußgeld fällig werden."

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