Westerland : Wellenreiten - und der Nationaltrainer guckt zu

Am Wochenende veranstaltete der Surf Club Sylt am Brandenburger Strand einen Sichtungscontest

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06. Juni 2011, 07:12 Uhr

Westerland | Eigentlich sollen sie ja nicht aufgeregt sein. Andererseits steht aber selbst auf Sylt nicht jeden Tag der Junioren-Nationaltrainer am Strand. Nicht jeden Tag - aber gestern und vorgestern. Da war Arnd Wiener (45), verantwortlich für das Junioren-Nationalteam im Wellenreiten, auf Einladung des Surf Clubs Sylt in Westerland, spielte bei einem Contest Schiedsrichter - und war auf Talentsuche: "Ich gucke vor allem, wie viel Spaß die Kinder haben und erst dann, ob die Bewegungsabläufe stimmen."

18 Kinder und Jugendliche konnte er beobachten: Robine (14) und Johannes (11) aus Wenningstedt, Rachel (15) aus Westerland, die schon häufiger von Arnd unterstützt wurde... Sie alle wollen im Oktober wieder bei den Deutschen Meisterschaften, die wegen der besseren Bedingungen in Frankreich stattfinden, antreten und hoffen auf Tipps vom Coach.

Und damit sie die gleich in die Praxis umsetzen können und damit Arnd sieht, wie sich der Insel-Nachwuchs auf dem Brett macht, haben die Jugendbeauftragten des Clubs, Angelo Schmitt und Tim Suhrtmann (siehe rechts), einen kleinen Contest organisiert: Jeweils vier Jugendliche treten gegeneinander an. Die anderen sitzen derweil am Strand, fachsimpeln über die Wellen ("Wie gut die rein läuft...") - und über Vorfahrtsregeln. Letztere haben die Sylter bei den Meisterschaften schon einige Punkte gekostet und Robine bekennt: "Ich wusste gar nicht, dass es diese Regeln gibt."

Das bisherige, von Arnd betreute Junioren-Team setzt sich vor allem aus Jugendlichen zusammen, die zwar einen deutschen Pass aber gleichzeitig auch die besten Surfgebiete der Welt vor der Haustür haben. Arnd: "Sie kommen von den Kanaren, aus Frankreich oder auch Südamerika." Sylt sei zwar der beste Surfspot Deutschlands, kann im internationalen Vergleich aber schon wegen des Wetters nicht mithalten.

Erst vor einer Woche kam Arnd mit seinem Team von der Weltmeisterschaft in Peru zurück - im Gepäck erstmals eine Platzierung unter den Top 20. Könnte nächstes Mal jemand von Sylt in der Mannschaft sein? Wiener grinst: "Das Potenzial ist riesig und ich würde mich freuen, auch wirklich in Deutschland lebende Jugendliche dabei zu haben." Positiv aufgefallen sind ihm auf Sylt vor allem Max Schulz (13), Henric Mielck (15) sowie Felix Eickhoff (14): "Sie wären in meinem Sichtungscamp Anfang Juli in Frankreich gut aufgehoben." Wenn das kein Grund zum Aufgeregtsein ist.

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