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Welche Plattform ist besser? Kampf um Internetbuchungen

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www.sylt-reisen.de oder www.sylt-buchen24.de? Im Zuge der Gemeindefusion von Westerland, Rantum und Sylt-Ost ist jetzt ein Streit darüber entbrannt, über welche Internet-Plattform Vermieter ihre Angebote präsentieren sollen. Peter Douven rät zum bisher in Westerland genutzten System und Christoph Schmatloch, dessen Firma die Auftritte der Sylt-Oster und Rantumer Vermieter ins Netz bringt, besteht auf Einhaltung seines bis 2013 laufenden Vertrags.

Sylt | Wie und wo sollen Sylter Vermieter ihre Angebote im Internet präsentieren? Weil es in Sylt-Ost und Rantum bisher eine andere Buchungsplattform gibt als in Westerland, haben zunächst die Vermieter im Osten in den vergangenen Wochen gleich zwei Mal Post bekommen: Der erste Brief stammt vom gemeindeeigenen Sylt Tourismus Service (STS). Darin wird den Vermietern empfohlen, ihre Angebote künftig über das bereits in Wenningstedt, Kampen und Westerland genutzte System Feratel (www.sylt-reisen.de) ins Internet einzustellen.

Problem dabei: Die Sylt-Oster Kurverwaltung hat einen noch bis zum Jahr 2013 laufenden Vertrag mit der Plattform www.sylt-buchen24.de und ist sozusagen Mittler zwischen Internetanbieter und Vermietern. Eine Rolle, die sie jetzt aber zum 31. Dezember 2009 aufgekündigt hat.

Betrieben wird www.sylt-buchen24.de von einem privaten Unternehmen, dessen Name dem STS zum Verwechseln ähnlich ist: Tourismus Service Sylt (TSS). Geschäftsführer ist Sylt-Osts ehemaliger Gemeindevertreter und Bürgermeister Christoph Schmatloch.

Von ihm stammt auch der zweite Brief, den die Vermieter in diesen Tagen erhielten. Darin teilt Schmatloch ihnen mit, dass er "mit Verwunderung" erfahren habe, dass die Verträge mit den Gastgebern gekündigt wurden und erklärt, das dies aus seiner Sicht rechtlich gar nicht möglich sei. Er hat deshalb beim Landgericht Flensburg bereits eine einstweilige Verfügung beantragt, nach der der STS "es zu unterlassen hat", zu behaupten, er könne Verträge zwischen der Kurverwaltung Sylt-Ost und den Vermietern kündigen. Am 26. Juni ist dazu eine Verhandlung angesetzt.

STS-Chef Peter Douven sieht die Sache anders: "Die Kündigung wurde von Uwe Winter, der immer noch Betriebsleiter der Kurverwaltung ist, ausgesprochen. Wir, beziehungsweise die von uns gemanagte Kurverwaltung Sylt-Ost, hat zwar das Recht, Schmatlochs Angebot bis zum Jahr 2013 für Vermieter zu nutzen, muss davon aber keinen Gebrauch machen." Außerdem kritisiert er, dass www.sylt-buchen24.de zeitverzögert arbeite: "Eingegebene Buchungen werden scheinbar nicht sofort registriert, so dass es leicht Doppelbelegungen gibt."

Schmatloch widerspricht: "Unser System ist schneller und wenn es zu Doppelbelegungen kommt, dann nur, weil Vermieter in beiden Datenbanken sind. Dass unser System und Feratel nicht miteinander kommunizieren können, liegt nicht an uns und wird nach einem Termin beim STS am 22. Juni hoffentlich geändert. Die technischen Voraussetzungen dafür haben wir bereits geschaffen."

Als nächste Runde in dem Konflikt könnte es jetzt zu einem Preiskampf kommen: Schmatloch kündigt den Vermietern, die Douvens Empfehlung folgen und sich zum Ende dieses Jahres von sylt-buchen24.de trennen wollen, jedenfalls schon jetzt günstigere Preise an. In seinem Brief heißt es, man werde dann sofort ein eigenes Angebot unterbreiten und "die Konditionen werden weit unter (...) dem Feratel-Angebot sein."

Denn letztlich, so räumen beide Seiten ein, bleibe es Vermietern aber natürlich selbst überlassen, über welche Plattform sie ihre Angebote buchen lassen.

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erstellt am 17.Jun.2009 | 04:07 Uhr

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