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Adventszauber auf Sylt : Weihnachtsmarktkrise in Westerland: Ärger über Brandschutzvorschriften

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Jörg Müllers Weihnachtsmarkt muss dieses Jahr deutlich kleiner werden, es gibt keinen Weihnachtsmarkt am Bahnhof: Sylter Gastronomen fühlen sich von strengen Vorschriften ausgebremst.

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erstellt am 15.Okt.2014 | 16:43 Uhr

Westerland | Westerländer Weihnachtsrealität: Wie schon 2013 wird es auch in diesem Advent keinen größeren, durchgehend geöffneten Weihnachtsmarkt in Westerland geben. Der Veranstalter, der 2012 versuchte, mit Buden vor dem Bahnhof für vorweihnachtliches Ambiente zu sorgen, konnte nach eigener Auskunft wie im vergangenen Jahr nicht genug Aussteller für die Hütten gewinnen.

Auch der bei Urlaubern und vor allem bei Syltern beliebte Weihnachtsmarkt von Gastronom und Sternekoch Jörg Müller wird in diesem Jahr deutlich kleiner ausfallen. „Der Markt wird nicht mehr um das ganz Haus gehen, sondern nur noch auf der hinteren Fläche aufgebaut werden“ erklärt Jörg Müller – damit ist der charmante Adventszauber lediglich halb so groß wie bisher. Auch ein kleines Festzelt, in dem 2013 die Feuerzangenbowle ausgeschenkt wurde, wird diesmal fehlen.

Grund für die Verkleinerung sind die strengen Brandschutzbestimmungen: „Die Auflagen sind für uns einfach nicht zu erfüllen“, sagt Jane Müller. Die Tochter des Sternekochs hätte den Markt gerne wie im letzten Jahr gesehen: „Wir finden es traurig, dass wir unseren Gästen immer weniger bieten dürfen.“

Bereits im Vorjahr hatte die Familie Ärger mit dem Ordnungsamt: „Aufgrund der Brandschutzauflagen wurde der Weihnachtsmarkt zwei Tage vor Beginn der Veranstaltung fast geschlossen. Das konnten wir aber zum Glück durch einen kleinen Umbau noch abwenden“, berichtet Jane Müller.

Die Vorgeschichte beginnt bereits 2012. Damals stieß das Ordnungsamt Nordfriesland bei einer Kontrolle in der Friedrichstraße auf Mängel bei der Einhaltung der Brandschutzbestimmungen bei den Weihnachtsbuden. Im Sommer 2013 wurden daher alle gastronomischen Betriebe in der Friedrichstraße aufgefordert, für eine Weihnachtsbude eine Genehmigung einzuholen (wir berichteten). Die Vorgaben des Bauamtes für diese Genehmigung waren vielen Gastronomen zu hoch, sodass sie sich gegen den Aufbau einer Bude entschieden. Helmut Tippler vom Café Orth ist einer von denen, die seitdem auf Weihnachtszauber verzichten: „Es ist einfach schade. Die Buden waren für unsere Gäste immer schön und für die Urlauber auch ein Grund, am Wochenende zu kommen.“

Auch Karl Max Hellner, Vorsitzender des Vereins Sylter Unternehmer, äußert sich betroffen, zeigt aber Verständnis für die Gastronomen: „Die Kosten für die Einhaltung aller Vorgaben sind einfach zu hoch.“ Dass nun auch der Weihnachtsmarkt von Jörg Müller kleiner wird, ärgert ihn: „Ich finde die Entwicklung sehr schade für Westerland. Was sollen denn unsere Gäste von uns denken, wenn wir noch nicht einmal so etwas hinbekommen.“ Und er fügt hinzu: „Natürlich gibt es Regeln – aber wir können uns auch zu Tode regeln.“

Das Bauamt hält an der Genehmigungspflicht und den strengen Vorgaben fest: „Die Bauvorschriften der Insel und für den Weihnachtsmarkt richten sich nach der Landesbauordnung, und die ist landesweit gleich“ erklärt Martin Slopianka von der nordfriesischen Kreisverwaltung.

Familie Müller freut sich trotz verkleinertem Weihnachtsmarkt auf die Adventstage: „Wir lassen wir uns von so etwas nicht unterkriegen, schmücken das komplette Haus wie im letzten Jahr und arrangieren einen kleineren, aber dennoch sehr gemütlichen Weihnachtsmarkt.“

Der Markt wird in diesem Jahr nicht nur an den vier Adventswochenenden, sondern auch von Heiligabend bis zum 30. Dezember täglich von 13 bis 17 Uhr geöffnet sein. Außer verschiedenen Spezialitäten aus dem Hause Müller gibt es Handwerk und Schmuck und auch das nostalgische Kinderkarussell wird wieder seinen Platz auf dem Markt finden.

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