Weihnachten in neuem Lichterglanz

Für die Fußgängerzone „Strandstraße“ sind maritime Lichtsegel an den Laternen sowie leuchtende „Glamourbouquets“ geplant. Fotos: MK Illumination (3)
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Für die Fußgängerzone „Strandstraße“ sind maritime Lichtsegel an den Laternen sowie leuchtende „Glamourbouquets“ geplant. Fotos: MK Illumination (3)

Strategiekreis stellt neues Konzept für Weihnachtsbeleuchtung in Westerland vor / Umsetzung allerdings erst 2019 möglich

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15. Oktober 2018, 17:17 Uhr

Gegensätzlicher geht es kaum: Während Sylt-Urlauber sich am Spätsommerwetter auf der Insel erfreuen und viele Einheimische während der überlangen Herbstferien in noch wärmere Gefilde entfliehen, beschäftigen sich Sylter Touristiker und Politiker derzeit intensiv mit der kalten Jahreszeit. Einerseits mit der erfolgreich gediehenen Wiederbelebung eines Wintermarkts in Westerlands Neuer Mitte (wir berichteten), andererseits mit den Planungen für eine „Neuinszenierung“ der Weihnachtsbeleuchtung der Inselmetropole.

Weil die seit mehr als 20 Jahren übliche Illumination der Innenstadt nicht mehr zeitgemäß und wegen veralteter Technik unnötig energieintensiv wäre, hat die Sylt Marketing GmbH (SMG) einen „Strategiekreis“ geschaffen, der moderne Alternativen erarbeitet und diese vergangene Woche im Hauptausschuss der Gemeinde Sylt erstmals öffentlich vorgestellt hat.

Westerland soll künftig in der Weihnachtszeit unter dem Motto „Maritime Weihnacht – ein Nordseetraum“ in völlig neuem Glanz erstrahlen, berichtete die stellvertretende SMG-Geschäftsführerin Lynn Scotti – und präsentierte Fotomontagen mit vielfältigen Beleuchtungsvorschlägen, die gemeinsam mit der österreichischen Fachfirma MK Illumination speziell für Sylt entwickelt wurden. In der Fußgängerzone sollen als auffälligste – und auch teuerste – Attraktion sechs Leuchttürme platziert werden, welche paarweise den Weihnachtsbesuchern vom Anfang der Friedrichstraße bei H. B. Jensen bis zum Ende am Zugang zur Kurpromenade den Weg weisen.

An den Straßenlaternen in Friedrich-, Strand- und Elisabethstraße sollen nahezu 100 große und kleine Lichtsegel installiert und vier Holzboote mit beleuchteten Tannenbäumen an ausgewählten Plätzen aufgestellt werden. In den Pflanzkästen der Strandstraße sind 18 hell strahlende „Glamourbouquets“ geplant, außerdem vielerorts Baum-Illuminationen durch moderne Lichterketten, die nach Weihnachten nicht mehr entfernt werden müssen, sondern in den Bäumen mitwachsen.

Weitere Highlights im wahrsten Sinne des Wortes sind ein maritim-illuminierter Nordsee-Strandkorb und ein zwei Meter hoher leuchtender „Santa Claus“, der auf einer Bank an der Wilhelmine sitzt – beide geeignet als „Selfie-Points“ für Erinnerungsfotos.

Lynn Scotti betonte während der Präsentation, es handele sich bei den Vorschlägen um ein „notwendiges Grundkonzept“, welches um weitere Ausbaustufen „multisensorischer Illuminationstechnik“, zum Beispiel auch durch Musik, ergänzt werden müsse. Vorstellbar seien zudem auch passende Illuminationen von Einzelhandel oder Anwohnern.

Ziel und Anspruch des Strategiekreises sei es, sowohl „die Lebensqualität der Sylter Einwohner im Winter zu erhöhen“ als auch „den Einzelhandel in einer bislang eher nachfrageschwachen Zeit zu stärken“ – und so die Gästeankünfte im Dezember langfristig von derzeit 44 000 auf zirka 62 000 zu erhöhen. Außerdem befinde sich Sylt zunehmend im Wettbewerb mit weihnachtlichen Lichtinszenierungen des öffentlichen Raums nicht nur in Großstädten, sondern auch in anderen Urlaubsdestinationen an der Nord- und Ostseeküste.

Für die Umsetzung des neuen Konzepts seien Einmal-Investitionen von 183 052 Euro erforderlich, so Lynn Scotti. Die laufenden Kosten würden etwa 20 000 Euro je Jahr betragen. Gegenüber der jetzigen Beleuchtung ergebe sich auf zehn Jahre gerechnet eine Stromersparnis von 110 000 Euro – die CO2-Einsparung durch den Einsatz moderner Leuchtmittel betrage 210 Kilogramm in einer Dekade.

Die Präsentation stieß seitens der Politiker zwar grundsätzlich auf Wohlwollen, mehrere wiesen aber auf die hohe Windlast vor allem in der oberen Friedrichstraße hin – dies könne zu Problemen mit den Lichtsegeln an den Masten und somit zu einer Gefährdung der Fußgänger führen. Kay Abeling (CDU) befürchtet auch Probleme mit nächtlichem Vandalismus, zum Beispiel in Form von Beschädigung der Santa-Claus-Figur.

Auf Nachfrage der Sylter Rundschau erklärte Lynn Scotti von der SMG, die umsetzende Firma Ebeling Licht habe versichert, die Segel an den Lampen und die Leuchttürme würden „natürlich mit verstärkter Halterung konzipiert.“ Durch Beleuchtungsprojekte in England habe man bereits Erfahrung mit windreichen Küstenstandorten.

Bei aller Begeisterung für das neue winterliche Lichtkonzept gibt es jedoch einen Wermutstropfen: Für diese Weihnachtssaison klappt es leider nicht mehr. Weil die Lichtelemente extra für Sylt windfest konzipiert und angefertigt werden, hätte ein Auftrag bis August vorliegen müssen, um es dieses Jahr zu schaffen.

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