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An- oder Neubau? : Wehrführer will keine neue Feuerwache in List

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Die Gemeinde List denkt offen über den Neubau einer Feuerwache nach, weil der kaum teurer wäre als der notwendige Anbau. Der Wehrführer favorisiert jedoch den Verbleib am bisherigen Standort.

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erstellt am 30.Sep.2013 | 00:34 Uhr

Neue Feuerwachen haben auf der Insel Konjunktur: Nachdem Hörnum sich bereits eine moderne Wache geleistet hat, investiert man auch in Westerland in einen aufwendigen Neubau für seine Wehr. Und auch in Tinnum haben die Kameraden schon Bedarf für eine neue Wache angemeldet. Jetzt könnte List an der Reihe sein.

„Wir haben den Ausbau seit Jahren vor uns her geschoben“, sagte Bürgermeister Wolfgang Strenger auf der Gemeindevertretersitzung über die eigene Wache in der Alten Dorfstraße. Grund für den Handlungsbedarf sind zahlreiche Defizite am Gebäude: Seit Jahren liegt der Gemeinde dazu eine Mängelliste der Feuerwehr-Unfallkasse (FUK) vor. Jetzt hat die Gemeinde die Kosten für einen Umbau des Lister Feuerwehrstandorts geprüft. Demnach liegen die Kosten für einen rund 200 Quadratmeter großen Anbau, um Einsatzfahrzeuge unterstellen zu können, bei rund 1,1 Millionen Euro. In dieser Schätzung noch nicht inbegriffen sei allerdings eine nötige Dacheindeckung, die zusätzlich mit rund 300 000 Euro zu Buche schlagen würde, rechnete Strenger vor. Vor dem Hintergrund dieser zu erwartenden Kosten hat die Gemeinde nun einen Alternativplan geschmiedet: Statt dem An- und Ausbau des alten Feuerwehrgebäudes von 1936 will man auch über einen Neubau nachdenken. „Die Hörnumer Wache hat 1,6 Millionen Euro gekostet, davon sind wir nicht mehr weit entfernt“, argumentierte Wolfgang Strenger.

Wenn es nach dem Lister Wehrführer Andreas Fließ geht, dann bleiben die Pläne für einen Neubau in der Schublade: „Der Neubau ist eine Variante der Politik, wir favorisieren einen Verbleib am Standort.“ Fließ fürchtet, dass ein Neubau der Wehr „wegen der langen Abstimmungsprozesse“ nicht vor 2020 zur Verfügung stehen würde, „es muss aber jetzt etwas geschehen“, so der Wehrführer. „Die Feuerwehr ist stinke wütend.“ Für den Umbau der jetzigen Wache und der zusätzliche Anbau gebe es bereits eine Baugenehmigung. Zudem habe der Standort „den Charme der Geschichte“ und sei besser als eine „Wellblechhalle“, so Fließ. Der Wehrführer bezweifelt zudem, dass ein Neubau, der den Ansprüchen der Lister Wehr entsprechen würde, „nur“ 1,6 Millionen Euro kosten würde. „In Hörnum haben die Kollegen drei Fahrzeuge, wir hingegen haben fünf – wir brauchen entsprechend mehr Platz. Das wird also teurer.“

Über einen möglichen Standort für einen Neubau wurde in der Sitzung der Gemeindevertretung noch nicht gesprochen. Stattdessen verständigte die Kommunalpolitik sich auf das weitere Vorgehen: „Baubeginn für die Sanierung ist im Frühjahr, wenn es bis dahin keine Alternative gibt“, sagte Bürgermeister Wolfgang Strenger.

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