Watt für ein Erbe

Sylt feiert das Jubiläum des UNESCO-Weltnaturerbes mit einer Aktionswoche vom 19. bis zum 26. Juni und ist Teil einer grenzüberschreitenden Fahrrad-Sternfahrt

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05. Juni 2019, 11:01 Uhr

Sylt | Vor zehn Jahren erklärten die Vereinten Nationen das Wattenmeer zum Weltnaturerbe der Menschheit. Anlässlich dieses Jubiläums veranstalten die drei Wattenmeer-Länder ein grenzübergreifendes Jahresprogramm mit einer Radtour entlang der Wattenmeerküste. Sie startet in Dänemark und den Niederlanden und mündet aus beiden Enden des Wattenmeeres kommend in Wilhelmshaven. Daran anschließend findet auf Sylt die Weltnaturerbe-Woche mit zahlreichen Veranstaltungen rund um das Wattenmeer statt.

„Die Insel ist Teil einer Naturlandschaft von Weltrang, die es gemeinsam zu erleben und zu beschützen gilt. Darauf möchten wir im Rahmen der Jubiläumswoche aufmerksam machen, so Moritz Luft, Geschäftsführer der Sylt Marketing Gesellschaft (SMG).


Auf zwei Rädern durch drei Länder

Höhepunkt der grenzübergreifenden Feierlichkeiten ist die Radtour entlang der Wattenmeerküste. Unter dem Motto „Ein Wattenmeer. Zwei Räder. Drei Länder.“ starten am 18. Juni im dänischen Ho sowie am 19. Juni auf der niederländischen Insel Vlieland zwei Radteams, die am 30. Juni in Wilhelmshaven zusammentreffen. Der Weg dorthin führt für die dänischen Radler der Länge nach über Sylt. Von Röm kommend werden sie am 19. Juni um 11.30 Uhr in List erwartet und dann südwärts nach Hörnum eskortiert. „Egal ob jemand die ganze Inseletappe oder nur einzelne Teilabschnitte mitradeln möchte – wir freuen uns über jeden Weggefährten“, so Luft.

Auf der 43 Kilometer langen Strecken gilt es, die Einzigartigkeit des Wattenmeeres und seine Besonderheiten im wahren Wortsinne selbst zu erfahren. Neben traumhaften Ausblicken und interessanten Gesprächen mit Menschen aus den verschiedenen Wattenmeer-Regionen warten außerdem unterschiedliche Programmpunkte der Sylter Nationalpark-Partner auf die Teilnehmer.

Den Anfang macht das Erlebniszentrum Naturgewalten in List, das um 11.30 Uhr im Rahmen einer einstündigen Veranstaltung auf die Bedeutung des Walschutzgebietes aufmerksam macht.

Vorbei an den Lister Wanderdünen und Heideflächen führt die Radtour im Anschluss daran nach Braderup. Im Naturzentrum Braderup empfängt das Team von der Naturschutzgemeinschaft Sylt die Radfahrer mit einem Exkurs zum Thema Meeresmüll.

Unterwegs nach Keitum quert die Route die Ost-West-Achse der Insel und erreicht das Schöpfwerk, eine Außenstelle der Schutzstation Wattenmeer. Hier beginnt um 16 Uhr eine 45-minütige Veranstaltung zum Thema Klimawandel und Vogelzug.

Die Tour führt weiter über das Rantumbecken und endet gegen 18.15 Uhr in Hörnum. In der Arche Wattenmeer wird abschließend darüber diskutiert, was die Ernennung zum UNESCO-Weltnaturerbe – die höchste internationale Anerkennung, die ein Naturgebiet erhalten kann – für die Erben und vor allem für das Wattenmeer selbst bedeutet. Antworten findet man auch im Verlauf der sich anschließenden Weltnaturerbe-Woche mit zahlreichen Veranstaltungen und Exkursionen.


Weitgehend unberührte Natur

Das Wattenmeer zwischen Den Helder in den Niederlanden und dem dänischen Esbjerg ist die größte zusammenhängende Wattlandschaft der Welt und eines der letzten Gebiete in Europa, in dem sich die Natur noch weitgehend vom Menschen unbeeinflusst entwickeln kann.

Die durch den ständigen Wechsel der Gezeiten geprägte Landschaft zählt zu den ursprünglichsten Lebensräumen und ist das weltweit größte Ökosystem seiner Art. Rund 10 000 Tier- und Pflanzenarten leben hier. Seit der Ernennung zum Weltnaturerbe gehört das „watend begehbare Meer“ auch offiziell zu den wichtigsten Naturdenkmälern der Erde.

Eine Übersicht aller Veranstaltungen sowie weitere Informationen zu Radtour, Streckenverlauf und Mietrad-Kontingenten gibt es im Internet auf www.sylt.de/weltnaturerbe. Die Broschüre „Zehn Jahre Weltnaturerbe Wattenmeer“ liegt bei den Sylter Tourismus-Services zur kostenlosen Mitnahme aus und kann auf www.sylt.de heruntergeladen werden.

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