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Flug-Tourismus : Was wird aus Sylter Air-Berlin-Flügen?

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Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Der Flugbetrieb der Air-Berlin-Tochter LGW wird komplett übernommen. Die tägliche Maschine nach Düsseldorf ist aber noch nicht im Flugplan von Eurowings.

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erstellt am 13.Okt.2017 | 18:15 Uhr

Sylt | Air Berlin steht vor der Abwicklung, die größte deutsche Airline Lufthansa will große Teile der Nummer zwei übernehmen. Für Sylt ein herber Schlag, denn rund zwei Drittel der Fluggäste kommen mit Air Berlin auf die Insel. Am 28. Oktober startet zum letzten Mal eine Air-Berlin-Maschine vom Sylter Flughafen. Was dann aus der ganzjährigen Flugverbindung nach Düsseldorf wird, ist unklar: „Die Strecke wird aktuell nicht im Flugplan angeboten“, heißt es aus der Kölner Eurowings-Zentrale.

Ganz anders äußert sich die Lufthansa: „Der Flugbetrieb nach Sylt ist von der Pleite nicht betroffen.“ Die Air-Berlin-Maschinen würden auch nach dem 28. Oktober Sylt anfliegen, sagte Lufthansa-Pressesprecher Wolfgang Weber am Freitag gegenüber der Sylter Rundschau.

Auf den Flugzeugen, die das Tinnumer Flugfeld ansteuerten, stand zwar Air Berlin, doch betrieben wurden sie größtenteils von dem Air-Berlin-Tochterunternehmen Luftfahrtgesellschaft Walter (LGW). Die Lufthansa habe LGW und die Fluggesellschaft Niki komplett übernommen, inklusive Flugzeugen und Personal, erklärte Weber. Diese beiden Firmen seien von der Pleite nicht betroffen, die Fluggäste könnten beruhigt sein. Für die Kunden werde sich nichts ändern, ihre Tickets behielten Gültigkeit über den 28. Oktober hinaus, die Flüge fänden statt. „Allerdings werden die Flugzeuge in absehbarer Zeit auf die Eurowings-Farben umgespritzt.“

In der Kölner Eurowings-Pressestelle wollte eine Sprecherin die Aussage aus der Presseabteilung des Mutterkonzerns nicht kommentieren. „Aktuell ist die Strecke Düsseldorf – Sylt nicht im Flugplan vorhanden“, wusste Katharina Muschalla lediglich zu berichten.

Die Hauptsaison ist vorbei, auch die Zahl der Starts und Landungen auf dem Tinnumer Flugfeld ist deutlich zurückgegangen. Air Berlin hatte bisher Flugverbindungen von Sylt nach Düsseldorf, München, Stuttgart und Zürich im Angebot. Lufthansa verbindet Sylt mit Frankfurt und München, Eurowings fliegt nach Köln/Bonn. Rhein-Neckar Air bietet Direktflüge nach Mannheim an, Swiss nach Zürich und Skywork Airlines nach Basel. Jedes Jahr gehen Ende Oktober fast alle Fluglinien in die Winterpause, die Lufthansa fliegt zu den Weihnachtstagen nochmal ihre Drehkreuze Frankfurt und München an.

Lediglich die Air-Berlin-Verbindung nach Düsseldorf wurde auch im Winter täglich angeboten. Die Maschinen vom Typ Dash 8-400 sind für Sylter ein vertrauter Anblick, seit Jahren fliegen sie täglich zur Mittagszeit mit bis zu 76 Passagieren von der Insel ins Rheinland.

Für den Lister Kurdirektor Boris Ziegler sind die Flugverbindungen ein wichtiges Verkehrsmittel, um Gäste auf die Insel zu bekommen. „Eine Stunde Flugzeit ist sehr viel angenehmer als sieben oder acht Stunden mit dem Auto zu fahren“, sagt Ziegler gerade mit Blick auf Inselgäste aus dem Rheinland. Eine Einschränkung bei den Flugverbindungen wäre für Sylt besonders ärgerlich, weil auch der Autoverkehr (Stichwort A7) und der Bahnverkehr (Stichwort NOB-Waggons) gestört sind. Einen Einbruch bei den Gästezahlen fürchtet der Lister Kurdirektor jedoch nicht – da spiele die Rückbesinnung der Gäste auf Ferienziele im eigenen Land den Touristikern in die Karten. Und andere Inseln seien auch nicht einfacher zu erreichen.

Boris Ziegler bedauert das Ende von Air Berlin. Als Student hat er das Unternehmen in Berlin-Tegel kennengelernt, war vier Monate lang Praktikant in der Abteilung Preissteuerung. Seinen für Februar gebuchten Flug von Sylt nach Düsseldorf zum Karneval hatte Ziegler schon abgeschrieben. Nun klappt es ja vielleicht trotz der Air-Berlin-Pleite doch mit dem Kurztrip in die närrische Hochburg.

 

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