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Sylter Rundschau

11. Dezember 2017 | 22:48 Uhr

Was man von Surfern lernen kann

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

von
erstellt am 28.Sep.2013 | 00:31 Uhr

Dem Surfclub Sylt ist es in wenigen Jahren gelungen, so ziemlich alle Teile der Sylter Gesellschaft hinter sich zu bringen. Die Idee, den Nachwuchs lieber die echten Wellen als im Internet surfen zu lassen, findet von allen Seiten Unterstützung. Ein Kunststück, das bislang eigentlich nur dem Erlebniszentrum Naturgewalten gelungen ist.

Konsequent ihren Weg gehen die Surfer dabei nicht nur bei der Aufnahme neuer Mitglieder, denen weder artistische Tricks noch Papis Portemonnaie, sondern nur eine Sylter Wohnadresse den Weg ebnet. Nein, auch beim Bau ihres heiß ersehnten Clubhauses am Brandenburger Strand bleiben sich die Wellenreiter treu. Statt sich das Projekt schön zu rechnen kalkulieren sie lieber das ein, was Sylter Handwerker für die erforderliche Arbeit nehmen (müssen). Wenn’s am Ende weniger wird, weil alle selbst kräftig mitanpacken – umso besser.

Ein Prinzip, von dem manch ein Kommunalpolitiker durchaus etwas lernen könnte. Als der Club im Sport- und Jugendausschuss vorstellig wurde, um Mittel für sein Projekt einzuwerben, fanden sich gleich wieder kluge Ratgeber, die genau wussten, wie sich billiger bauen lässt, weil sie jemanden kannten, der schon mal ein großes Holzhaus im Garten gebaut hat. Die Baukosten könne man bestimmt deutlich niedriger ansetzen, dann falle die Unterstützung auch leichter. Genau: das hat bei öffentlichen Bauten bislang ja auch stets prächtig beklappt. Erst werden die von der Verwaltung ermittelten realistischen Kosten so lange klein gerechnet, bis auch der letzte Sparfuchs noch zustimmen kann, nur um dann bei Planung oder Bau festzustellen, dass doch alles auf wundersame Weise viel teurer werde. Und weil man nun ja schon angefangen habe, könne man ja schlecht aufhören (...) und so weiter.

Wie wär’s denn, wenn man sich beim bevorstehenden Anbau ans Rathaus versuchsweise mal an die Surfclub-Methode hält? Sagen was man will, alle Kosten zusammenrechnen und dann gucken, ob man das Geld dafür hat. Wenn nicht, krempeln alle die Ärmel hoch und packen mit an. Vielleicht ist das aber doch keine so gute Idee: Was dabei herauskommt, wenn Bürger ein Rathaus bauen, ist seit Schilda hinlänglich bekannt...

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