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Serie: Zurückgeblättert : Was geschah auf Sylt im Oktober 1983

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

In unserer Serie geht es heute um eine Deichschau, eine neue Wellenmaschine und den Hausdiener des Hotels Stadt Hamburg.

Wie das Eiland wurde, was es ist: In unserer Serie „Zurückgeblättert!“ lässt Autor Frank Deppe anhand von gesichteten Zeitungsbänden des Sylter Archivs die jüngere Vergangenheit der Insel wieder lebendig werden.

Sylt im Oktober 1983. Nachdem eine schwere Sturmflut den Nösse-Deich im Osten der Insel 1981 fast überspült hätte, wurde der Schutzwall nun erhöht und verstärkt. Amtsvorsteher Dr. Claus Andersen, Deichgraf Peter Jan Peters und weitere Teilnehmer nahmen den ersten fertig gestellten Bauabschnitt in Augenschein, der sich in Morsum über eine Länge von 1,8 Kilometern erstreckte, ebenso den laufenden Bauabschnitt bis Keitum.

Inseljugendpfleger Uwe Tiedjen zieht eine zufriedene Bilanz für die dreiwöchige Aktion „Ferienwochen für Sylter Kinder“: 20 Helfer betreuten dabei insgesamt 165 Kinder und Jugendliche aus allen Inselorten, die aus verschiedenen Freizeitangeboten wählen konnten. Highlights waren eine Wanderung um die ganze Insel sowie ein mehrtägiger Ausflug nach Dänemark.

Große Feste werfen ihre Schatten voraus: Erstmalig plant der Verein der Sylter Unternehmer die Aktion „Schöne Weihnacht auf Sylt“. Für eine lebendige Adventszeit sollen Auftritte von Kapellen und Chören sorgen, zudem gibt es in den beteiligten Geschäften Lose – als Hauptgewinn winkt ein Einkaufsgutschein im Wert von tausend Mark – sowie Plastiktüten mit weihnachtlichem Aufdruck.

Die älteste Bank der Insel erhält ein neues Äußeres: Die Westerländer Volksbank von 1896 in der Westerländer Friedrichstraße wird abgerissen und durch einen Neubau ersetzt. Auf rund fünf Millionen beziffert Bankdirektor Dieter Perschke die Baukosten. Während der gut einjährigen Bauphase werde die Bank ein provisorisches Blockhaus in der Neuen Straße beziehen.

Zwei Jahrzehnte lang hatte die Wellenmaschine im Westerländer Wellenbad für Bewegung gesorgt – nun wird sie durch eine neue Maschine ersetzt. Vier Wochen sind für den Einbau des 200  000 Mark teuren Systems eingeplant, das im Gegensatz zum Vorgängermodell die Breite der Wellen variieren kann.

Mit gutem Beispiel voran gehen zehn Hamburger Gymnasiasten: Sie opfern einen Teil ihrer Herbstferien, um ein Wäldchen bei Kampen auszuholzen und Trampelpfade durch die Lister Dünen zu renaturieren. Acht Tagen lang gehen die Schüler unter Anleitung des Naturschutzbeauftragten Dr. Malte Elbrächter und des Forstamtmanns Hermann Czock zu Werke.

Die Immobilienpreise ziehen an: Für eine 100 Quadratmeter große Wohnung in Kampen mit Wattblick werden 750  000 Mark verlangt, für eine Zwei-Zimmer-Wohnung unter Reet in Keitum 340  000 Mark und für ein 45 Quadratmeter großes Appartement in Tinnum 175  000 Mark.

Ein Sylter Original verstirbt im Alter von 86 Jahren: „Mit Hermann Joost ist ein Stück altes Westerland gegangen“, vermeldet die Sylter Rundschau und erinnert an den Hausdiener des Hotels „Stadt Hamburg“, der mehr als 40 Jahre lang Gäste und Gepäck am Bahnhof abgeholt hatte. Als er in Pension ging, wurde Joost mit der Verdienstmedaille des Landes Schleswig-Holstein geehrt.

Ein Wenningstedter Restaurant veröffentlicht in der Sylter Rundschau eine Anzeige mit ungewöhnlichem Inhalt: „Lieber Herr Einbrecher! Natürlich freuen wir uns, dass unser Lokal gut besucht wird, aber prägen Sie sich doch bitte unsere Öffnungszeiten ein: Täglich von 11 bis 22 Uhr – und nicht um 3 Uhr morgens!“





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