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Umfrage : Was den Sylter Parteien 2016 besonders wichtig ist

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Heute Abend treffen sich die Bürger mit Politikern und Verwaltungsmitarbeitern im Rathaus zum Neujahrsempfang. Die Fraktionsvorsitzenden haben schon mal einige Gesprächsthemen vorgegeben.

von
erstellt am 06.Jan.2016 | 18:42 Uhr

Wir haben bei den Vorsitzenden aller Fraktionen nachgefragt, was für sie 2016 ganz oben auf der Agenda steht.

 

Wolfgang Jensen, CDU: „An erster Stelle steht für mich eine vertrauensvolle Zusammenarbeit aller Parteien und Wählergemeinschaften. Insbesondere gilt es, unnötigen Streit zu vermeiden.

Gleich danach kommt jedoch, dass die Zusammenarbeit gesamtinsular, also zwischen allen Sylter Gemeinden, dringend verbessert werden muss. Zum Beispiel muss Schluss sein mit dem ständigen Pro und Kontra in Sachen Flüchtlingsunterkünfte. Für uns als CDU hat dafür das JAW-Heim in Hörnum erste Priorität. Denn es gilt, die Kosten so gering wie möglich zu halten. Eine Unterbringung in mobilen Einheiten wäre viel zu teuer.

Entschieden lehnen wir 40/ 60- oder ähnliche Regelungen für Dauer- und Ferienwohnungen ab, zumindest in so straffer Form wie bisher vorgeschlagen. Die bestehenden Strukturen sollen erhalten bleiben. Die Kleinvermieter und der Tourismus überhaupt müssen geschützt werden.“

 

Erik Kennel, SWG: „Auf unseren Antrag hat die Gemeindevertretung den Abriss der Keitum-Therme beschlossen. Die Frist für Verhandlungen ist auf den 30. Juni 2016 begrenzt. Unser Ziel ist, den Fahrplan zum Abriss Anfang 2017 unbedingt einzuhalten, damit dann im Sommer dieser Schandfleck am Kliff beseitigt ist.

Auch im neuen Jahr setzen wir uns natürlich für die Sicherung von Dauerwohnraum ein. Für 2016 ist es das Ziel, zu überprüfen, welches das optimale Instrument dafür ist. Damit auch künftig einen ausgeglichenen Haushalt mit gerecht verteilten Mitteln zu erreichen, müssen Strukturen geschaffen werden, die ein Streichorchester am Ende jeden Jahres verhindern.

Ein weiteres Ziel für 2016 muss es sein, eine Planung und Finanzierung zu schaffen, um mit der lange beschlossenen Verwaltungszentralisierung am Standort des Rathauses beginnen zu können.

Unabdingbar ist für uns die Sicherung der Daseinsfürsorge am Standort der Nordseeklinik. Durch die Festsetzung einer Bauleitplanung auf dem Gebiet soll dieses Ziel begleitet werden. Ganz wichtig ist auch eine Verbesserung der Nahverkehrsanbindung. Die Erreichbarkeit der Insel für alle Gruppen muss gesichert, ja weiter ausgebaut werden. Dieses Ziel werden wir auf allen uns zur Verfügung stehenden Kanälen verfolgen.“

Gerd Nielsen, SPD: „Wir brauchen einen besseren Dialog mit den Amtsgemeinden. Wohnungsbau, Tourismus, Kitas und Schulen oder auch die Flughafenfinanzierung sind nur insular zu lösen. Ich habe deshalb den Bürgervorsteher gebeten, die Initiative für eine insulare Gesprächsrunde zu ergreifen.

Auch beim Thema Unterkünfte für Asylsuchende besteht dringender Handlungsbedarf. Nur durch die Nutzung der KLM-Abbruchhäuser haben wir Zeit gewonnen. Warum das Haus Budersand mit rund 25 renovierten Wohnungseinheiten nicht genutzt werden kann, obwohl keine Baugenehmigung für Golfhäuser vorliegt, ist mehr als unverständlich.

Zum Thema Null-Lösung auf dem Fliegerhorstgelände erwarten wir die Umsetzung der eindeutigen Beschlüsse der Gemeindevertretung. In Zusammenarbeit mit anderen Fraktionen werden wir den Gemeindevertretern Vorschläge für den Bau oder die Nutzung einer Katastrophenlagerhalle vorlegen.

Die Haushaltslage der Gemeinde bleibt zwar gut, aber wir müssen uns über die zukünftige Finanzpolitik, insbesondere hinsichtlich ihrer Strukturen, interfraktionell verständigen. Die Zeit der lockeren Ausgabepolitik dürfte der Vergangenheit angehören.

Bei der Rathaus-Zentralisierung werden wir auf die Umsetzung der Beschlüsse achten. Bei der Verwaltungsorganisation erwarten wir Umsetzungen, die auch von der Selbstverwaltung mehrheitlich getragen werden können.“

Maria Andresen, Bündnis 90/Die Grünen: „Das Konzept zur Renaturierung des Geländes des ehemaligen Marinefliegerhorstes muss konsequent umgesetzt werden. Dazu gehört der Abriss aller Hallen, aber auch die Aufarbeitung und Zuordnung sämtlicher Folgekosten, die durch die illegale Müllentsorgung entstanden sind.

Dringend vorangebracht werden muss in diesem Jahr auch das Klima-Management für kommunale Gebäude wie Rathäuser, Schulen, Kindergärten und Turnhallen. Dazu gibt es ja bereits eine insulare Aufstellung, die leider bisher nicht veröffentlicht, geschweige denn diskutiert worden ist.

Ausdrücklich stehen wir Grünen zu den Quotenregelungen für Erstwohnsitze und Ferienwohnungen bei neuen Überplanungen. Das ist ein ganz wichtiges Instrument zur Schaffung von mehr Dauerwohnraum – selbst, wenn’s in Einzelfällen vielleicht weh tut.

Längs umgesetzt werden sollen hätte auch unsere Forderung einer Fluggastabgabe in Höhe von fünf Euro. Damit könnte das jährliche Defizit beim Betrieb des Sylter Flughafens abgedeckt werden.“

 

Klaus Jensen, SSW: „Ganz dringend müssen die Zentralisierung der Verwaltung und ein entsprechender Neubau auf den Weg gebracht werden. Dann kann auch auf den StOV-Gelände weiterer Dauerwohnraum entstehen. Allerdings sollten wir aufpassen, dass wir uns beim kommunalen Wohnungsbau nicht übernehmen.

Endlich ein Schlussstrich gezogen werden muss 2016 unter die Abrisse der Hallen auf dem Fliegerhorst und der Keitum-Therme. Wir als SSW sprechen uns für den Neubau einer Katastrophenschutzhalle an der Feuerwache südlich vom alten Tower aus – eventuell in Zusammenarbeit mit dem Landesbetrieb für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz (LKN).

Und es muss sich etwas bewegen in Sachen Sprachschule für Flüchtlinge: Der Verein Integrationshilfe hat ja gute Angebote, die VHS alleine schafft das einfach nicht.“

Hicham Lemssiah, Insulaner/Piraten: „Für unsere Fraktion stehen soziale Themen und die digitale Revolution ganz oben auf der Liste für 2016. Wir werden uns in diesem Jahr weiterhin für die dezentrale Unterbringung der Neubürger einsetzen. Auch die ehrenamtliche Arbeit würden wir gerne stärker anerkennen. Hierzu werden wir noch im Frühjahr konkrete Vorschläge machen.

Außerdem bleibt das Thema Sicherheit für Schwangere und Neugeborene weiter aktuell. Die Unterkunft im Sjipwai konnten wir bereits mit Internet versorgen. Ich hoffe, dass wir 2016 in allen Unterkünften für Neuankömmlinge WLAN anbieten können. Auch im touristischen Bereich würden wir den Freifunk gerne voranbringen. Hierzu sind Info-Veranstaltungen geplant.“

 



Heute Abend ab 19 Uhr lädt die Gemeinde Sylt zum Neujahrsempfang ins Rathaus Westerland ein.

 

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