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Sylt : Was bleibt stehen auf dem Fliegerhorst?

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Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Bündnis 90/Grüne kritisieren, dass auf dem Fliegerhorst Fakten geschaffen werden, die rechtlich nicht abgedeckt sind.

Über die künftige Entwicklung des ehemaligen Marinefliegerhorstgeländes und die dort noch befindliche Bebauung soll auf der Gemeindevertretersitzung am morgigen Donnerstag beraten werden, fordert die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen. Die Abrissarbeiten seien mittlerweile weit fortgeschritten, für die endgültige Gestaltung des Geländes als Ökokontofläche, freier Weidebereich sowie einer Fuß- und Radverbindung von Westerland nach Munkmarsch sei eine eine Beschlusslage bereits vorhanden. „Diese Umsetzungen müssen konkretisiert werden, ebenso die Zuständigkeiten“, fordert Fraktionssprecherin Maria Andresen. Gleichzeitig gebe es eine Gemengelage in Bezug auf Denkmalschutz und Wünsche zur Nutzung von Gebäuden für eine zentrale Katastrophenschutzvorsorge, die dringend einer Klärung bedürfe.

Bereits im September und Oktober diesen Jahres werden das Offiziersheim, das Wirtschaftsgebäude einschließlich der Küche sowie die dazugehörigen Verkehrsflächen abgebrochen, bestätigte Reiner Brudnitzki, der Leiter des Tiefbauamtes. Die Kosten dafür betragen einschließlich der Renaturierungsmaßnahmen zirka 400 000 Euro. Im Laufe des nächsten Jahres werden dann die ehemaligen Unterrichtsgebäude und die Werkstatt abgerissen, so Brudnitzki.

Völlig unklar ist laut Bündnis 90/Die Grünen das weitere Vorgehen bezüglich der denkmalgeschützten Gebäude Halle 25 und 28 sowie Englisches Kino. Eine besondere Eigendynamik habe sich ohne eindeutige Beschlusslage für die Halle 25 als Lagerhalle und Halle 28 als so genannte Katastrophenhalle entwickelt, so Maria Andresen. „Die Nutzungen scheinen offiziell geduldet, sind mit zunehmender Dauer vertrags- und auch haftungsrechtlich jedoch zweifelhaft und bedenklich“, erklärt die Gemeindevertreterin, deshalb bestehe dringender Handlungsbedarf.

Die Grünen fordern, eine Klärung über die Aufrechterhaltung oder die Zurücknahme des Denkmalschutzstatus herbeizuführen und in Abstimmung mit dem Kreis zu klären, ob eine zentrale Katastrophenhalle überhaupt machbar und finanzierbar sei. „Wünschenswert allein reicht nicht aus“, sagt Maria Andresen.

„Offensichtlich wird versucht, Fakten zu schaffen, die nicht durch die Rechtslage oder einen Mehrheitsbeschluss der Gemeindevertretung gedeckt sind“, befürchten die Grünen. Eine Tendenz zur Nutzung der Halle 28 im Katastrophenfall sei bereits bei der Vorstellung des Konzeptes auf der Einwohnerversammlung im April deutlich geworden, mittlerweile seien dort auch erhebliche Innenarbeiten durchgeführt worden. Auf der anderen Seite würden beide Hallen massive Schäden wie kaputte Dächer, eingeschlagene Fensterscheiben und ähnliches aufweisen. Neben der Klärung vieler ungeklärter Sachfragen geht es den Grünen bei ihrer Anfrage vor allem auch um die Kosten für Nutzung und Instandhaltung.

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erstellt am 20.Aug.2014 | 18:15 Uhr

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