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„Jugend creativ“ : Was Bilder über unsere Kinder verraten

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Ein Besuch bei der Preisverleihung des Malwettbewerbs der Sylter Bank, an dem 343 Schülerinnen und Schüler der Insel teilnahmen

Auch für uns Zeitungsredakteure gibt es Termine, die lange nachklingen. So ist es mir als Schreiberin und als Mutter am Mittwoch im Kursaal³ ergangen. Meine Aufgabe: Über die Siegerehrung zum Malwettbewerb „Jugend creativ“ zu berichten. Die Genossenschaftsbanken veranstalten seit 47 Jahren jährlich den international aufgestellten Wettbewerb, der von der Orts- über die Landes- auf die Bundesebene und dann zur internationalen Ausscheidung führt.

Auf der Insel findet die Sylter Bank in der Lehrerschaft einen breiten Widerhall mit „Jugend creativ“, so dass Kinder der Norddörfer Schule, der Boy-Lornsen-Schule, des Schulzentrums Sylt, der Schule St. Nicolai, der Grundschule am Nordkamp und der Dänischen Schule ausgezeichnet werden konnten. Darüber freute sich ganz besonders Sylter Bank-Vorstand Michael Pietyra, der die Kinder begrüßte und nicht ohne Stolz verkündete, dass es zwei Bilder von Sylt inzwischen zum Bundesentscheid nach Berlin geschafft haben.

In diesem Jahr lautete das Motto „Freundschaft“ und die Werke der Kinder gewähren einen tiefen Blick in ihr Leben. Wo wir Erwachsenen es uns häufig mit Vorurteilen leicht machen, davon ausgehen, dass die Kinder heute nur noch auf digitale Unterhaltung stehen und mit Stiften und Papier nicht mehr viel anzufangen wissen, strafen uns die Zeichnungen Lüge.

Martin Jessen, der als Mitarbeiter der Sylter Bank die Moderation der Veranstaltung übernommen hatte, fragte nach und ließ die jeweils fünf Preisträger in den vier verschiedenen Klassenstufenkategorien erzählen, was sie warum gemalt haben. Chantal aus der 7. Klasse zum Beispiel vermisst ihre beste Freundin. Im letzten Jahr ist diese in den Harz gezogen und obwohl Chantal sie dort bereits besucht hat, fehlt sie ihr auf Sylt.

Für Jette, Ella und Jil liegt das Glück der Erde wirklich noch auf dem Rücken der Pferde. So, wie man es von kleinen Mädchen aus der 2. Klasse denkt, haben sie sich und ihre Lieblingspferde beim gemeinsamen Ausritt gezeichnet. Für Lukas hingegen sollte es spannend sein: Sein Bild führt in die Unterwasserwelt, denn Tauchen war er auch schon einmal. Für Tjelle dagegen dreht sich alles rund um den Fußball, weil der Fünftklässler findet, dass man auch mit den Kindern dabei viel Spaß haben kann, die noch nicht so gut Fußball spielen können.

Wenn sich 343 Kinder auf Sylt konzentriert zum Malen hinsetzen und zusammen mit ihren Eltern rote Wangen vor Aufregung bei der Preisverleihung haben, dann läuft meiner Meinung vieles richtig und wir sollten uns als Erwachsene häufiger einmal an die eigene Nase fassen und unsere Vorstellungen über die Kinder von heute revidieren. Uns Zeit für die Kinder nehmen, ihnen zuhören und fragen, was sie bewegt – ohne zu glauben, die Antwort schon zu kennen. Die Bilder des Sylter Malwettbewerbes verraten einiges. Um den Rest könnten wir uns als Eltern selbst kümmern.

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erstellt am 28.Apr.2017 | 05:45 Uhr

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