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"Umsiedlung" : Warum Hörnumer Heide bald in Kampen wächst

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Insularer Ausgleich für zerstörte Natur: Das neue Ökokonto ermöglicht es Sylter Gemeinden und anderen Grundeigentümern geeignete Flächen zu bevorraten und bei Bedarf als Ausgleichsfläche zu nutzen.

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erstellt am 28.Nov.2008 | 10:26 Uhr

Kampen/Hörnum | Weil für Eingriffe in schützenswerte Naturflächen ein Ausgleich geschaffen werden muss, wird schon bald Hörnumer Heide in Kampen wachsen. Der Grund: Zwei insgesamt 1,5 Hektar große Flächen am südlichen Ortsrand Kampens dienen als Ausgleich für Heideflächen, die beim Bau von 22 Häusern am Rande des Hörnumer Golfplatzes zerstört werden. Ein Teil der ökologisch hochwertigen Hörnumer Heide wird dabei gemulcht und als Saatgut auf den bislang landwirtschaftlich genutzten Flächen ausgebracht.
"Bislang einmalige Vereinbarung"

Bauherrin Claudia Ebert (Budersand) zahlt für die von der Gemeinde Kampen und der Ver- und Entsorgung Norddörfer GmbH (VEN) zur Verfügung gestellten Flächen eine Entschädigungssumme und kommt für die Aufbereitung und Pflege auf. "Eine auf Sylt bislang einmalige Vereinbarung, der hoffentlich noch weitere folgen werden, da sie allen Beteiligten nutzt", erklärte der mit der Umsetzung beauftragte Umweltplaner Leif Rättig.

In der Vergangenheit war es auf Sylt meistens so, dass in solchen Fällen Ausgleichszahlungen an den Kreis geleistet wurden, der damit in der Regel Flächen auf dem Festland ökologisch aufwertete, da es auf der Insel kaum welche gab. Künftig soll das Geld jedoch auf Sylt Verwendung finden und der Natur der Insel dienen.
Ökokonto besteht seit 2007

Dazu gibt es seit 2007 für Gemeinden und andere Grundeigentümer die Möglichkeit, geeignete Flächen in so genannten Ökokonten zu bevorraten und sie bei Bedarf als Ausgleichsflächen zu nutzen. Die Rechte aus einem von der Naturschutzbehörde des Kreises verwalteten Ökokonto können - wie in diesem Fall - auf Andere übertragen werden.

Rettig: "Die Kampener Flächen bieten sich als Ersatz an, da es angrenzend bereits Heide gibt und die Hoffnung besteht, dass sie sich hier gut entwickelt." Genau wissen werde man das aber erst in einigen Jahren.
Gemulchte Heide nach Kampen

Diese Hoffnung hat auch Bernd Juris-Diehle von der Budersand Entwicklungs GmbH: "Wir unternehmen viel, um die wertvolle Heide zu erhalten. Einen Teil der Heide haben wir am Hörnumer Golfhaus wieder angepflanzt, der Rest kommt als Mulch nach Kampen." Außerdem lasse man zwischen den Häusern in Hörnum möglichst viel Heide stehen. Juris-Diehle: "Wir glauben, dass die Holzhäuser mit ihren begrünten Dächern inmitten der Heide eine schöne Optik ergeben."

Eine ganz neue Optik werden Radfahrer und Fußgänger demnächst von der alten Inselbahntrasse aus am Kampener Ortseingang erleben. Westlich des Radweges wird derzeit ein neuer Spülteich für das VEN-Wasserwerk angelegt. Eingebettet in die mit Heide bepflanzte Ausgleichsfläche wird hier in den nächsten Jahren ein neues, kleines Biotop entstehen.

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