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Abbrennverbot auf Sylt : Warum auf Sylt Raketen verboten sind

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Seit 1980 ist das traditionelle Silvester-Feuerwerk auf der gesamten Insel strikt verboten. Verheerende Brände sind die Ursache dafür.

Westerland | Zum Ende eines jeden Jahres erscheint in der Presse eine schlichte Annonce mit brisantem Inhalt. „Aufgrund der Verordnung zum Sprengstoffgesetz“, heißt es da, „wird auf Sylt allgemeinverbindlich das Verbot angeordnet, pyrotechnische Gegenstände der Klasse II abzubrennen. Verstöße gegen diese Anordnung können als Ordnungswidrigkeit mit Geldbußen bis zu 50  000 Euro geahndet werden.“ Bereits seit 1980 ist das traditionelle Silvester-Feuerwerk auf der gesamten Insel strikt verboten. Und das nicht ohne Grund.

„Silvester war damals für alle Feuerwehrleute sehr aufregend “, weiß Hauke Block, Gemeindewehrführer der Gemeinde Sylt a.D., „wir haben den Abend oft in der Wache verbracht, damit wir bei einem Einsatz sofort bereit waren und losfahren konnten.“

Am 3. Januar 1979 schickten mehrere Anwohner aus Alt-Westerland einen Brief an die Stadt Westerland. Darin forderten sie den Bürgermeister mit Nachdruck auf, das Silvester-Feuerwerk in Alt-Westerland künftig zu unterbinden. Nur wenige Stunden zuvor war nahe der Alten Dorfkirche eine Rakete auf dem reetgedeckten Dach eines Hauses gelandet. Wenig später stand das Anwesen lichterloh in Flammen. Es war nicht der erste Großbrand in einer Silvesternacht auf Sylt. Schon mehrfach hatte der Wind Raketen irregeleitet. Und so sahen Hausbesitzer und Feuerwehrleute der letzten Nacht des Jahres stets mit gemischten Gefühlen entgegen.

An den Brand kann sich auch der ehemalige Gemeindewehrführer noch gut erinnern. „Das hat uns alle ziemlich in Angst und Schrecken versetzt“, so Block, „vor allem, weil dabei in einem Nachbarhaus eine Frau vor Aufregung durch einen Herzinfarkt ums Leben kam.“ Danach sei dem Feuerwehrmann klar gewesen, dass es dringend ein Abbrennverbot von Feuerwerk auf der Insel geben müsse.

Die ersten Überlegungen, die man im Westerländer Rathaus 1979 anstellte, zielten auf einen Kompromiss: Das Verbot sollte in einem Radius von 500 Metern um jedes Reetdachhaus gelten. Damit aber war seinerzeit praktisch das gesamte Stadtgebiet abgedeckt. Und so beschloss der Magistrat am 14. November, das Feuerwerk in ganz Westerland zu untersagen. In der Silvesternacht 1979 trat die Verordnung erstmals in Kraft, ein Jahr später schlossen sich die übrigen Inselgemeinden der Regelung an: Der Amtsausschuss fasst einen entsprechenden Beschluss, wobei als Begründung angeführt wird, dass in der Vergangenheit in der Silvesternacht mehrfach Brände auf der Heide in Naturschutzgebieten beobachtet worden seien. Wenn es auf Sylt in der Silvesternacht also knallt, dürfte es sich vornehmlich um Champagnerkorken handeln. Aber auch Feuerwerk-Fans können auf ihre Kosten kommen: In Hörnum wird um Mitternacht ein Höhenfeuerwerk vom Hafen aus über dem Meer zu sehen sein und in Wenningstedt wird es eine Laser-Show geben, die – wenn das Wetter an der Westküste mitspielt – auch einige Pyro-Effekte enthalten wird.

 

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erstellt am 30.Dez.2015 | 18:28 Uhr

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