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Streik auf Sylt : Warnstreik in der Sylter Remondis-Niederlassung

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Mitarbeiter fordern Aufnahme in den Haustarifvertrag und sechs Prozent mehr Lohn.

Keine Müllabfuhr auf Sylt, das Recyclingzentrum am Rantumbecken geschlossen – der Großteil der Mitarbeiter der Firma Remondis war gestern Vormittag im Warnstreik. Von 6.30 bis 11.30 Uhr versammelten sich die in der Gewerkschaft Verdi organisierten Angestellten vor dem Werkstor. Ihre Forderung: Remondis soll die Tarifverhandlungen mit der Gewerkschaft aufnehmen, ein Haustarifvertrag mit sechs Prozent Lohnerhöhung ist das Ziel.

Aus Husum war Verdi-Bezirksgeschäftsführer Jürgen Reimer angereist, um die Mitglieder zu unterstützen. Remondis sei bislang Teil des Arbeitgeberverbandes Bund der deutschen Entsorgungswirtschaft (BDE) gewesen, erläuterte der Gewerkschaftssekretär. Die Tarifverhandlungen zwischen dem BDE und Verdi seien gescheitert, daher fordere der Verdi-Landesbezirk Nord Remondis nun zu direkten Tarifverhandlungen auf. Dabei geht es neben Remondis auf Sylt und im nordfriesischen Ahrenshöft auch um die Niederlassungen in Brunsbüttel, Schleswig, Melsdorf, Lübeck und Hildesheim. Bestreikt wurden gestern die Betriebe an der Westküste, also in Brunsbüttel, Ahrenshöft und Westerland.

Neben einer Tariferhöhung um sechs Prozent rückwirkend zum 1. Januar 2017 fordert die Gewerkschaft auch um 150 Euro höhere Ausbildungsvergütungen. Besonders wichtig ist der Tarifkommission die Abschaffung der „80 %-Regelung“, die einstmals tarifvertraglich vereinbart wurde, damit die konzerninternen Leiharbeiter deutlich bessere Arbeitsbedingungen erfahren. „Die neueingestellten Kolleginnen und Kollegen erhalten 80 Prozent des Tabellenentgeltes und haben keine Aussicht auf eine Verbesserung. Das reicht gerade so zum Leben und wirkt auf Dauer demotivierend“, erklärte die Verdi-Verhandlungsführerin Antje Mohr.

Für die Bürger hatte der Warnstreik gestern kaum Folgen. Die Mülltonnen auf der Insel seien am Nachmittag geleert worden, berichtete Remondis-Betriebsstättenleiter Volker Tybussek. Die Leerung in Tinnum sei am Nachmittag nach Streikende mit drei Wagen statt sonst einem Wagen erfolgt. Die Abfuhr der gewerblichen Speisereste hatte Verdi von dem Ausstand ausgenommen. Lediglich die Sperrmüllabfuhr konnte gestern nicht erledigt werden. Wer für gestern Sperrmüll angemeldet hatte, muss sich noch etwas gedulden. Bis Freitag soll aber alles abgeholt sein.

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