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Heavy-Metal-Festival : Wacken Open Air: Der Wahnsinn beginnt

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Lautstark feiern die Fans den Beginn des weltgrößten Heavy-Metal-Festivals. Mittwochabend stand mit dem traditionellen Auftritt der Wackener Feuerwehrkapelle der erste Höhepunkt auf dem Programm.

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erstellt am 01.Aug.2013 | 09:19 Uhr

Wacken | Man hört die Schreie schon von weitem. "Wackööön" grölt es archaisch aus den offenen Fenstern, als der Metal Train morgens um halb acht langsam im Itzehoer Bahnhof einrollt. Kaum steht der Zug, spuckt er einen ganzen Pulk von schwarzen Gestalten aus. Einige bleiben mit ihrem Gepäck in den Türen stecken, andere halten Bierdosen in der Hand, ein seliges Grinsen im Gesicht.
Geschlafen hat in dieser Nacht keiner der 950 Metalheads, die in dem Sonderzug von Stuttgart nach Itzehoe saßen. Mit an Bord: 40 Fässer Bier und zwei Partyabteile. "Die hatten sogar eigene DJs da, das geht sowas von ab", erzählt Peter aus Stuttgart, der mit seinen zwei Kumpels zum ersten Mal in dem Metal-Zug unterwegs ist. "Das ist einfach ein super Angebot, dass man das Ticket zusammen mit den Karten fürs Festival kaufen kann." Auch Susi und Martina aus Bayern waren von der Partynacht im Metal Train begeistert. "Das ist ein hammergeiler Scheiß hier", so ihr Urteil.

Paletten werden auf dem Schoß gestapelt

8000 Metalfans hat der Zug in den letzten zwölf Jahren schon nach Wacken gebracht und dabei stolze 20.000 Kilometer zurückgelegt. Vom Bahnhof Itzehoe ging es für die feierlaunigen Besucher mit Shuttle-Bussen weiter zum Festival. Zum ersten Mal waren in diesem Jahr auch 170 Fahrgäste aus München an Bord des Metal Trains. "Dort wird der Zug auf der Rückfahrt auch halten", erklärt Metal Train-Organisator Ralph Klenk. Die Nachfrage ist riesig, 2014 soll ein zweiter Zug von München über Nürnberg und Würzburg eingesetzt werden und damit die bestehende Route Stuttgart, Mannheim, Mainz, Koblenz, Köln und Essen ergänzen.
Auch die Anreise mit dem Auto war nicht immer erholsam. Eine sechsköpfige Gruppe aus Kassel düste in der Nacht zu Dienstag los. "Wir sind um 1 Uhr losgefahren, damit wir pünktlich um 6 Uhr in Wacken sind. Dann öffnet der Supermarkt", erklärte Simon. Dort deckten sich die Sechs mit Bierpaletten ein. "Die Autos waren schon bis unter das Dach voll mit Gepäck, deshalb haben wir auf den letzten Metern die Paletten auf dem Schoß gestapelt."

"Ich hatte zwei Stunden lang Krämpfe"

Nicht so weit hatte es eine Gruppe aus Kiel. Die Freunde schlugen Dienstagabend ihre Zelte auf - nicht ganz ohne Probleme. "Wir hatten zu wenig Platz, unsere Zelte aufzubauen", berichtete Melli, Tischlerin aus Kiel. "Und wir waren schon betrunken und dann der starke Regen." Das war für Stahlbauer Max am Ende zu viel. "Ich hatte zwei Stunden lang Krämpfe, heute trinke ich nur Wasser."
Wer nicht zu den glücklichen Frühanreisenden zählte, musste sich am Mittwoch in Geduld üben. Aber beim Wacken Open Air wird auch der Stau zum Spektakel. Wartende Fans rissen die Autotüren auf und tanzten, andere dösten auf der Motorhaube, schunkelten synchron zu dritt auf der Vorderbank des Wohnmobils während andere ihre Smartphones zückten, um die Schlaf-Fratzen von schlummernden Fans an den Autofenstern abzulichten.

Wie eine Kolonie schwarzer Ameisen

Insgesamt strömten rund 75.000 Festival-Besucher aus Italien, Schweden, Russland, Malta und sogar Mexiko am Hauptanreisetag wie eine Kolonie schwarzer Ameisen in das Metal-Mekka Wacken. Höhepunkte des Festivals sind in diesem Jahr die Auftritte von Rammstein und Deep Purple am Donnerstag.
Davor startete auf dem Festivalgelände bereits ein Vorprogramm mit Nachwuchsbands aus aller Welt. Beim "Metal-Battle" konkurrierten die Musiker um einen Plattenvertrag. Auch auf einer Bühne mit Mittelalterrock griffen die ersten Bands in die Saiten. Zudem gab es Schwertkämpfe zu sehen. Am Abend heizte traditionell die Wackener Feuerwehrkapelle mit ihrer Blasmusik den Fans ein. Auch die Shanty-Rocker von "Santiano" standen auf der Programm.

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