Sylter Kunstfreunde : Vorstellungen von der Sylter Einheit

Sylts oberste Kunstfreundin Petra Nies vor Michael Waldmanns Werk mit dem Titel 'Nichts bewegen ist Silber, Handeln ist Gold'. Foto: kl
Sylts oberste Kunstfreundin Petra Nies vor Michael Waldmanns Werk mit dem Titel "Nichts bewegen ist Silber, Handeln ist Gold". Foto: kl

19 verschiedene Bilder zum Thema zeigt eine Ausstellung der Sylter Kunstfreunde. Die Werke in der Stadtgalerie haben durchaus politische Bezüge.

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06. Januar 2009, 11:51 Uhr

Westerland | Einige reden miteinander. Sehen sich an. Nur wenige sind teilnahmslos, blicken gar zurück. Bärbel Schröters Bild "Miteinander" (das ein wenig an E. L. Kirchners Berliner Straßenszenen erinnert) mag in der Ausstellung "Sylt als Einheit" der Sylter Kunstfreunde Abbild so mancher insularen Befindlichkeit innerhalb der aktuellen politischen Diskussion sein.

Nur 19 Exponate widmen sich der Thematik, in denen sich der Besucher anfangs ein wenig verloren vorkommt. Aber gerade darin liegt die Chance dieser Ausstellung.

Auf unterschiedliche Weise stellen sich die Kunstschaffenden der gar nicht so einfachen Thematik. Zum einen als Ideal, das noch längst keine (politische) Realität ist. Aber sie wird herbeigesehnt oder geradezu herbei getanzt: in Elfi Hirschbergers "Traum von der Harmonie" oder Bea Völkers "Harmonie".
Gobelin zeigt Handlungsmodell

Skepsis mag aus der an Fernando Botero gemahnenden Frauenfigur Juane von Hemmers sprechen. Sie hält einen winzigen Vogel in Händen. Titel: "Wenn ich fliegen könnte". Weg von Sylt? Oder in eine Höhe, in der sich alle Probleme relativieren? Geradezu als Handlungsmodell bietet sich dagegen Margret Zywinas Gobelin "Faden für Faden, Schritt für Schritt"an, während Gabriele Kalbs zwei gegeneinander stehende Gesichter auf die Erleuchtung mittels einer Glühbirne warten. Ob sich da mancher insulare Politiker wiedererkennt?

Uschi Schmiedeberg geht mit ihrem hölzernen Diptychon weiter: Zwei Hände greifen ineinander. Bei Sabrina Auerbach stehen gar St. Severin und das Kurzentrum auf einer Höhe nebeneinander. Wenn das keine beruhigende Botschaft ist.

Kurzum: Diese mutige Ausstellung verdient viele Besucher. Von Politikern, Schulklassen, den Sylter Bürgern. Vom Schriftsteller Bert Brecht heißt es, dass er der Literatur zutraute, den Menschen zu ändern. Sollte das für die Kunst ebenso gelten, ist von dieser Ausstellung für Sylt manches zu erhoffen.

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