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Sylter Rundschau

24. Oktober 2017 | 04:20 Uhr

Von Facebook in die Buchhandlung

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Seine historischen Schätze teilt Dirk Jacobsen sonst mit seinen zahlreichen Facebook-Freunden / Einige Fotografien des Sylters wurden jetzt in einem Buch veröffentlicht

shz.de von
erstellt am 02.Apr.2016 | 05:18 Uhr

Drei volle Nächte lang hat er sich vor seinem Computer gequält. 160 Bilder sollte Dirk Jacobsen auswählen – aus seinem riesigen Fundus an Fotos und Filmen, die in Kisten, Regalen und auf digitalen Speicherplatten lagern. Am Ende ist es ihm gelungen: Die Insel-Fotos wurden jetzt in dem Buch „Sylt in historischen Fotografien“ veröffentlicht. Herausgeberin ist Dorothée Engel aus Hamburg.

Sich zu beschränken ist neu für Jacobsen: Normalerweise stellt der 56-Jährige Schnappschüsse und historische Dokumente, die er von seinen Eltern und Großeltern geerbt hat und schließlich zu einer eigenen Sammlung ausbaute, auf seiner Facebook-Seite „Dirk Sylter Geschichten“ online. Seit zehn Jahren versucht er täglich mindestens ein Bild auf der Plattform zu veröffentlichen: Zu sehen ist Sylt sowie seine Bewohner und Gäste in verschiedenen Jahrzehnten des vergangenen Jahrhunderts. Da finden sich Urlaubsgäste, die in den 70ern durch die Strandstraße bummeln, Aufnahmen von rauschenden Festen im Trocadero in den 30er Jahren oder nackte Grazien am FKK-Strand. „Die Seite lebt nur, wenn man jeden Tag was Neues reinstellt“, erklärt Jacobsen. Die Bestätigung der Facebook-Gemeinde treibt ihn dabei an: Wenn er vor dem Computer sitze, sehe er sofort, ob die Leute die alten Abbildungen mögen. Dabei bleibt er realistisch: „Wenn keiner mehr ,Gefällt mir’ klickt, dann würde ich sofort aufhören“, sagt der Sylter. Er freue sich daran, wenn er die Menschen mit seinen Bildern erfreue – die zahlreichen Fans und Kommentare geben ihm recht.

Dieses direkte Feedback bekommt er bei dem Buch nicht. Dass er sich jetzt dazu überreden ließ, einen Teil seiner Schätze auf Papier zu drucken, kann er selbst kaum glauben – denn Lust hatte er auf das Projekt nicht. Andere Anfragen dieser Art habe er in der Vergangenheit stets abgelehnt, sagt der Bilderliebhaber. Warum er jetzt nachgegeben hat? „Weil sie hartnäckig geblieben ist und mir reingequatscht hat“, sagt er und lacht. Er will Impressionen von Sylt festhalten, von denen er fürchtet, dass sich sonst irgendwann niemand mehr an sie erinnern kann. Mit dem Buch hat er jetzt ein Stück geschaffen, dass einige dieser Momente festhält. Der Bildband, der in sechs Kapiteln die Inselorte abbildet, ist daher seinem Enkel Caspar gewidmet. „So hat er irgendwann auch einmal Bilder zu den vielen Geschichten und sieht, wie sich seine Heimat im Laufe der Jahre verändert hat“, schreibt der Großvater.

Dirk Jacobsen: „Sylt in historischen Fotografien“, herausgegeben von Dorothée Engel. Sutton Verlag, Erfurt 2016. 19,99 Euro.

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