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Sylter Rundschau

21. August 2017 | 17:58 Uhr

Von der Nordsee in die weite Welt

vom

Kapitän Hass fährt mit seinem Frachtensegler "Undine" zwischen Hamburg und Sylt / Jetzt will er Fracht mit Segelschiffen über den Atlantik bringen

Sylt / Hamburg | 50 Fahrten hat das Segelfrachtschiff "Undine" seit dem Frühjahr zwischen Hamburg und Sylt gemacht. Und das Konzept von Kapitän Torben Hass geht auf. Nicht nur, dass auf einer langen Warteliste bereits zahlreiche Interessenten auf einen der begehrten Passagierplätze warten - auch mit der Frachtauslastung ist Hass zufrieden. Für ihn Grund genug, größer und globaler zu denken.

Derzeit plant er mit seiner Segelreederei Windjammer Shipping den Bau von zwei sogenannten Ecolinern. Die 140 Meter langen, ultramodernen Segelschiffe sollen für den Transport von Waren auf dem klassischen Passatwinddreieck zwischen Europa, Lateinamerika und Nordamerika eingesetzt werden, wo die Winde besonders zuverlässig sind. "Wir gehen dabei nach dem gleichen Grundkonzept wie mit der "Undine" vor", erklärt Hass. "Die Frachtraten werden genauso hoch sein wie bei klassischen Motorschiffen, aber wir können für uns das Alleinstellungsmerkmal der Nachhaltigkeit beanspruchen, ohne dass die Kunden einen Nachteil davon hätten."

Was die Ecoliner von der "Undine" unterscheidet, ist die moderne Technologie. Die neuen Schiffe sollen schneller und günstiger sein als die Konkurrenz. Die Segel setzen sich auf Knopfdruck, es geht nicht darum, Emotionen zu verkaufen. "Wir verkaufen nicht die Vorstellung von Blasen an den Händen und dreckige Jeans, sondern von nachhaltiger Effizienz", so Hass. Dass Segelschiffe immer noch als veraltet und langsam gelten, sei ein weit verbreitetes Vorurteil. "Die Wenigsten setzen sich mit dem Thema auseinander, deshalb stammen die Technologien, auf denen wir aufbauen mussten, auch noch aus den 60er Jahren."

Momentan steht der Kapitän in Verhandlungen mit den Bauwerften, sucht nach möglichen Kunden und führt Gespräche für die Finanzierung. Die Baupläne hat er sich schon gesichert. Im kommenden Jahr soll mit dem Bau des ersten Schiffes begonnen werden. "Wenn alles klappt, wird der erste Ecoliner im Mai 2015 in Hamburg getauft", erklärt Torben Hass. Das zweite Schiff soll dann Ende 2015 oder Anfang 2016 vom Stapel laufen.

"Alles in allem ist das Projekt Ecoliner ein unternehmerisch mutiges Vorhaben. "Aber letztlich bringe ich alles mit, was benötigt wird", erklärt Torben Hass. "Ich habe die Ausbildung, das Know How, die Erfahrung und meine Freundin trägt alles zu 100 Prozent mit - da bleibt mir eigentlich gar nichts anderes übrig, als es zu machen."

Dem geschäftstüchtigen Kapitän mit 24 Jahren Erfahrung auf See nimmt man das ab. Schließlich hat er auch bei der Undine ein sicheres Händchen bewiesen. Wegen der großen Nachfrage an Passagierplätzen hat er auch für die Hamburg-Sylt-Linie noch neue Ideen für die Zukunft. "Ich überlege, einen zweiten alten Frachtensegler mit Passagierzulassung zu chartern. Aber das ist alles noch nicht in trockenen Tüchern."

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erstellt am 16.Aug.2013 | 03:09 Uhr

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