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Serie „Sylter Häfen“ : Vom Fähranleger zum Sportboothafen

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Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Im dritten Teil unserer Serie stellen wir den Munkmarscher Hafen vor, der sich seit 1962 im Besitz des Sylter Segler-Clubs befindet

shz.de von
erstellt am 26.Mai.2017 | 05:55 Uhr

Oft gerät in Vergessenheit, dass die Insel auch heute nicht nur über den Hindenburgdamm zu erreichen ist: In unserer neuen Serie „Sylter Häfen“ präsentieren wir die vier Häfen der Insel und beschreiben, welche Bedeutung sie früher hatten und welche Rolle sie heute spielen.

Nachdem wir in den ersten beiden Folgen der Serie „Sylter Häfen“ bereits den größten und den kleinsten Hafen der Insel vorgestellt haben, porträtieren wir in der dritten Folge den nach eigener Aussage des ansässigen Segelvereins Sylter Segler-Club (SSC) „schönsten Hafen“ der Insel. Der Munkmarscher Hafen ist privat und vollständig im Eigentum des SSC. 2017 ist für den Verein ein besonderes Jahr, weil der Hafen 150 Jahre besteht und der Segelclub 90 Jahre alt wird. Diese Jubiläen werden am 8. Juli ab 11 Uhr im Hafen gefeiert. Alle Sylter und ihre Gäste sind dazu herzlich eingeladen.

Der Hafen Munkmarsch war einst der bedeutendste Hafen der Insel. Bevor 1927 der Hindenburgdamm in Betrieb genommen wurde, war die Fährstrecke zwischen Højer und Munkmarsch die Hauptroute, um nach Sylt zu gelangen. Für Munkmarsch war die Schließung des Hafens ein harter Schlag. Am Hafen und am Fährbetrieb hingen viele Arbeitsplätze. Nach den Kriegswirren drohte der Hafen zu verfallen, bis der bereits 1927 gegründete SSC den Hafen ab 1962 wieder auf- und weiter ausbaute. Heute hat der SSC ungefähr 80 aktive Mitglieder. „Besonders stolz sind wir auf unsere Jugendabteilung. Unser Jugendwart Arne Holst leistet viel für den Nachwuchs. Dadurch hat der Verein eine Zukunft“, erklärt Oke Jessen, der 1. Vorsitzende des SSC. Die Mitglieder seien bunt gemischt. Vom Handwerker über den Inselunternehmer bis hin zu den Gastliegern verstehe man sich gut, so Jessen. Ein großer Vorteil für das Vereinsleben sei es, dass der Munkmarscher Hafen von den Gezeiten abhängig sei. In Häfen, in denen durchgehend genug Wasser wäre, sei es schwieriger, die Mitglieder abzupassen. In Munkmarsch hingegen sitze man bei Ebbe gemütlich beisammen in der vereinseigenen Hafenkneipe, erklärt Vereinsmitglied Stefan Fröschel. Die Segelzeit beträgt in Munkmarsch ungefähr sechs Stunden. Wenn der Wind aus Osten kommt, sogar noch ein wenig kürzer.

Der Munkmarscher Hafen hat eine bewegte Vergangenheit. In seinem „Hafenbuch“ hat der Chronist des SSC, Klaus Flug, 1974 die komplette Geschichte des Munkmarscher Hafens niedergeschrieben. Flug war zuvor 25 Jahre lang für die Vereinskolumne „Munkmarscher Tonne“ verantwortlich. Darin beschrieb er unter anderem die Tradition des Möweneiersammelns auf der einstigen Hallig Jordsand. Nach dem Krieg pflegten Mitglieder des SSC einen regen Handel mit dem dänischen Eigentümer der damaligen Insel Jordsand im Osten von List. Getauscht wurde Rum gegen Möweneier. Der Rum wurde dafür neben einer Rettungsbude vergraben, um dann vom Dänen bei Ebbe abgeholt zu werden. Die Sylter sammelten dabei pro Ausflug um die 1000 Eier ein.

Diese wilden Zeiten sind mittlerweile vorbei. Heute beschäftigt die Segler vor allem der Tidekalender. „Passt man die Zeit nicht richtig ab, kann es vorkommen, dass man sechs Stunden im Watt „parkt“ bis die Flut das Boot wieder losspült“, erklärt Knut Strauch, der 18 Jahre lang 1. Vorsitzender des Vereins war. Neben den Seglern suchen heute vor allem Urlauber Erholung im Hotel „Fährhaus“. Das noch heute erhaltene Fährhaus wurde 1880 erbaut und diente bis zur Schließung des Fährbetriebs als Unterbringung für Fährpassagiere.

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