Vom Eisverkäufer auf Sylt zum Chef in Bangkok

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29. Oktober 2011, 07:24 Uhr

Sylt/Bangkok | Auf Sylt leben, ja, aber hier arbeiten "nein Danke", sagt Markus Müller, der heutige Marketing- und Verkaufschef der Hotelkette Mövenpick in Asien. Von Tinnum bis in die Millionenstadt Bangkok - diesen Weg hat Müller hinter sich gelegt. Dazwischen arbeitete der 39-Jährige noch an einigen anderen Orten, die viele menschen nur aus dem Urlaubskatalog kennen Prag, Dubai, Aruba (Karibik), Neu Delhi, Singapur, London und Phuket.

Bevor Müller um die Welt gezogen ist, träumte er in seinen Pausen bei Leysieffer, wo er als Jugendlicher jobbte, von Abenteuern am anderen Ende der Welt. Dass er einmal die Marke "Mövenpick" in Asien vorantreiben würde, wäre ihm damals nicht in den Sinn gekommen. Dennoch hatte er eine Vision: Er als Opa, umzingelt von seinen Enkelkindern, die gespannt seinen Geschichten lauschen. Diese Vorstellung trieb ihn als 21-Jährigen über den Hindenburgdamm Richtung Festland. "Ich wollte immer was Neues sehen, auf Sylt hätte ich das nicht gekonnt." Dennoch sagt er: "Kommt immer drauf an, was man will. Klar kann man auch happy sein, wenn man auf Sylt lebt und arbeitet." Müller hat die Insel, auf der er seit seinem siebten Lebensjahr aufwuchs, in guter Erinnerung: "Die Beachpartys in den Dünen werde ich nie vergessen; ob das heute noch erlaubt ist?"

Für Beachpartys und dergleichen bleibt in Thailand nicht viel Zeit: Eine 60-Stunden-Woche sei in Müllers Position normal. "Aber die Herausforderungen machen mir Spaß." Die kulturellen Unterschiede seien anfangs problematisch gewesen: Thailänder sagen so gut wie nie "Nein" - das mache es für einen "Neuling" natürlich schwierig, mit ihnen zu arbeiten. Umso besser, dass Müller vorher auf Aruba war: "Die Karibik ist wirklich die Schule der Geduld."

Wie lange er nun mit seiner Frau und den beiden Kindern in Bangkok bleibt, sei nicht sicher. Die nächsten zwei Jahre aber bestimmt: "Ich kann jetzt wirklich gut erstmal meine Ruhe haben."

So wirklich ruhig ist es in Bangkok derzeit jedoch nicht: Die Hochwasserlage beeinträchtigt auch das Leben von Müller und seiner Familie - Schulen haben geschlossen und keiner könne sagen, was nun passiert.

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