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Großes Treffen : Volles Hüs beim Thing in Morsum

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Über 100 Menschen kamen zum Thing ins Muasem Hüs ,und diskutierten über „Die Zukunft des Bauens und Wohnens in Morsum“.

13 Jahre ist es her, dass im östlichsten Inseldorf zuletzt ein so genannter Thing stattfand. Am Petritag nun gab es eine Neuauflage dieser Veranstaltung mit historischem Bezug – einst wurde bei den Sylter Thing-Versammlungen Recht beschlossen und Recht gesprochen.

Mit der Auswahl des Themas „Die Zukunft des Bauens und Wohnens in Morsum“ hatten die drei Initiatoren Klaus Mungard, Alfred Bartling und Holdi Schmitz offensichtlich den Nerv der Zeit getroffen: Mehr als hundert Besucher füllten das Muasem Hüs, darunter mehrere Mitglieder des Ortsbeirats, KLM-Geschäftsführer Marcus Kopplin und Amtsleiterin Ruth Weirup von der Gemeinde. Mit Kreisbaudirektor Burkhard Jansen hatten die Veranstalter einen kompetenten Gesprächspartner gewonnen, ebenso wie mit dem Sylter Bundestagsabgeordneten Ingbert Liebing, der kundig und souverän die Moderation führte. Nicht auf alle Fragen Liebings oder aus dem Publikum konnte Jansen eine eindeutige Antwort geben – immer wieder zeigte sich, wie diffizil das Baurecht ist.

In einigen Punkten jedoch sind die Morsumer nun klüger. So stelle eine Umwidmung der vormaligen Grundschule etwa zu Wohnraum laut Jansen keine Hürde da, eine zusätzliche Bebauung auf dem Areal dagegen sei eher aussichtslos, ebenso eine Aufstockung der Schule. „Der Denkmalschutz der Kirche bezieht sich auch auf die Umgebung und die Blickachsen“, unterstrich der Kreisbaudirektor. Eine weitere Klarstellung Jansens: Eine Bebauung in geschützten Außengebieten Morsums sei – wie in den übrigen Inselorten auch – überhaupt nur dann möglich, wenn sie alternativlos sei. Konkret: Wenn keinerlei Flächen im Innenbereich zur Verfügung stehen und Wohnraum dringend gebraucht werde. „Dafür müssen die Gemeinden jedoch erst einmal an ihre Bestandspläne heran gehen.“

Ob die von der Gemeinde Sylt gewünschte 130/60-Regelung – Neubauten ab einer Größe von 130 Quadratmetern müssten dann mindestens 60 Quadratmeter Dauerwohnraum ausweisen – Realität wird, stehe noch auf dem Prüfstand. „Bis dahin gelten die jetzigen Bebauungspläne.“ Mit Blick auf den Schutz von Dauerwohnraum gab Jansen der Politik folgende Empfehlungen an die Hand: „Entweder definiert man Sondergebiete ‚Dauerwohnen‘ oder aber man erlässt eine Erhaltungssatzung mit einem so genannten Milieuschutz.“ Passen musste Jansen indes auf die Nachfrage, ob es zulässig sei, dass die Gemeinde Sylt die Reetdachbebauung in Morsum nachhaltig reglementieren wolle. „Diese Information ist mir völlig neu.“

Dem Gespräch zwischen Liebing und Jansen, der sich mühte, die baurechtlichen Bestimmungen verständlich zu erklären, folgten zahlreiche Fragen und Anmerkungen aus dem Publikum. Einige „vermissten“ am Abend den Bürgermeister Häckel, andere überlegten, ob der Wohnraumbedarf heute tatsächlich noch so hoch ist wie angenommen.

Kritik an einer 130/60-Regelung übte ein Zuhörer während ein anderer Besucher empfahl: „Es sollte erst einmal überprüft werden, für welche Einkommensgruppen Wohnraumbedarf in Morsum besteht. Ich bin mir sicher, dass die meisten Interessenten nicht allzu großen finanziellen Spielraum haben. Und das kann nur ein kommunaler Wohnungsbau gewährleisten.“



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