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Einwohnerversammlung auf Sylt : Visionen für den Hafen Hörnum

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

In einer Einwohnerversammlung am Montag stellen Hamburger Architekten ihre Ideen für den Inselsüden vor.

Die Sanierung des Hörnumer Hafens nimmt Fahrt auf: Für Montag lädt die Gemeinde ihre Bürger zu einer Einwohnerversammlung ein. Einziger Tagesordnungspunkt: „Vorstellung der möglichen Planungen Hafen Hörnum und anschließende Diskussion“. Erstmals wird die Öffentlichkeit über die Pläne informiert, die Architekten, Unternehmen und die Gemeinde für den Hafen im Sylter Südosten entwickelt haben.

Ein Teil der Hörnumer Hafenanlagen ist baufällig, die Nord- und die Südmole wurden im Herbst vergangenen Jahres gesperrt – wegen Einsturzgefahr. Muschelfischer und Adler-Ausflugsschiffe machen teilweise „im Päckchen“ fest, so dass Passagiere mehrere Schiffe überqueren müssen. „Das kann kein Dauerzustand sein“, sagt Adler-Reederei-Chef Sven Paulsen.

Eigentümer des Hafens ist bislang der Bund, für den Betrieb ist das Wasser- und Schifffahrtsamt (WSA) in Tönning zuständig. Die Kaianlagen wurden in den 30er Jahren von der Wehrmacht errichtet. Doch der Bund braucht den Hörnumer Hafen nicht mehr, der Standort hat erst seine militärische Bedeutung und 2006 auch seine Funktion als Schutz- und Sicherheitshafen verloren. Investiert wird nur noch das Nötigste, und so hat sich nach Gutachter-Einschätzung ein Sanierungsbedarf von rund acht Millionen Euro aufgestaut.

Seit Jahren steht ein Verkauf des Hafens an die Gemeinde zur Diskussion. Der Bund hat sogar zugesagt, die Hälfte der Sanierungskosten zu übernehmen, wenn der Handel zustande kommt. Davon würden auch Nachbarn und Nutzer des Hafens profitieren – allen voran die Adler-Reederei, das Hotel Budersand und die Muschelfischer. Zusammen mit dem Hamburger Bauunternehmen HC Hagemann haben sie Gespräche mit der Gemeinde aufgenommen: mit dem Ziel, den maroden Hörnumer Hafen wieder auf Vordermann zu bringen.

Beraten werden die Gemeinde und die Gewerbebetriebe von einem Hamburger, der sich mit Politik und Verwaltung gut auskennt: Der ehemalige Erste Bürgermeister der Hansestadt, Ole von Beust (62), soll das Hörnumer Projekt unterstützen. Mit Häfen hat Beust Erfahrungen – nicht nur als Bürgermeister der Hansestadt, sondern auch als Rechtsanwalt und Geschäftsführer der Ole von Beust Consulting GmbH.

Die letzten Monate hat Beust hinter den Kulissen für Gespräche mit allen Beteiligten genutzt. Mit am Tisch: Vertreter beider Fraktionen in der Gemeindevertretung, Claudia Ebert (Hotel Budersand), Sven Paulsen (Adler Schiffe), Arne Weber (HC Hagemann) und Peter Ewaldsen (Sprecher der Muschelfischer). Mit von der Partie war auch der Sylter Yachtclub als ebenfalls maßgeblicher Nutzer des Hafens.

Bei einem internationalen Architektenwettbewerb hätten sich acht Büros beteiligt, von denen drei in die engere Wahl gekommen seien, erläuterte Beust auf Anfrage unserer Zeitung – Architekten aus Hamburg, Dänemark und den Niederlanden. Der Vorschlag aus Hamburg habe am meisten Zustimmung gefunden.

Erstellt wurde der Entwurf von dem renommierten Hamburger Architekturbüro Gerkan, Marg und Partner (GMP), mit einer Zentrale an der Elbchaussee und Filialen in Europa, Asien und Südamerika. Auf der Referenzliste stehen unter anderem der Berliner Hauptbahnhof und der Flughafen Frankfurt. Am Montag werden die Architekten ihr Ideenpaket in Hörnum vorstellen, aber erste Details verrieten sie bereits vorab der Sylter Rundschau: „Die Schutzmole und die Südmole könnten zu einer neuen Mole zusammengefasst werden, damit für die Schiffe und die gewerbliche Nutzung genügend Platz ist. Eine neue Nordmole vergrößert die Marina im nördlichen Teil und setzt maritime Schwerpunkte mit einem Angebot für Wassersport-Aktivitäten. Die Kaje, also das Uferbauwerk, im Westen erhält eine bauliche Neuordnung mit den Schwerpunkten Fischerei, Tourismus, Gastronomie und Einzelhandel. An Nord- und Südkaje wird mit Freitreppen eine neue, attraktive Verbindung zum Wasser geschaffen.“

Das seien bislang allerdings nur Ideen, betont Sven Paulsen, „Visionen, um zu zeigen, was man mit dem Hafen machen kann, wenn es von den Bürgern mitgetragen wird.“ Dabei solle Hörnum nicht zu einem zweiten List werden – eine Kommerzialisierung wie im Inselnorden sei nicht angedacht, sagt der Reederei-Chef. Aber Hörnum könnte an Attraktivität und Arbeitsplätzen gewinnen.

Die Beteiligten hätten sich „für einen konservativen Vorschlag entschieden, der sich sehr an die jetzige Struktur anlehnt“, sagt Ole von Beust. „Kein Chichi, alles sehr solide – und mit Möglichkeiten für eine bessere Nutzung, wenn sie gewünscht wird.“ Die Ideen der dänischen Architekten beispielsweise seien sehr viel avantgardistischer gewesen, mit starken Veränderungen für den Ort. Nun ist er auf das Votum der Hörnumer Bürger gespannt.


Die
Einwohnerversammlung findet am Montag, 24. Juli, ab 19 Uhr im Saal des Hörnumer Hapimag-Resorts, Rantumer Straße 23a, statt.

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