Anleinpflicht : Vierbeiner auf Sylt: Immer wieder kommt es zu Beißattacken

Streit am Strand: Ein älterer Border Collie weist eine junge Mops-Hündin zurecht und zeigt als Zeichen der Aggression seine Zähne.
Streit am Strand: Ein älterer Border Collie weist eine junge Mops-Hündin zurecht und zeigt als Zeichen der Aggression seine Zähne.

Hunde, die weder angeleint noch gehorsam sind, führen immer wieder zu Konfliktsituationen auf der hundefreundlichen Insel Sylt.

shz.de von
21. Juli 2018, 05:00 Uhr

Sylt | Sylt ist als hundefreundliche Insel bekannt, kein Wunder also, dass es so viele Hundefreunde hierher zieht. Leider trüben diverse Vorfälle das unbeschwerte Miteinander. Auf dem Lornsenweg kam einer Urlauberfamilie mit einem winzigen Hund ein junger, übermütiger Schäferhund entgegen gelaufen. Dessen Halter waren noch weit entfernt. „Meine Mutter wollte unseren Hund auf den Arm nehmen und wurde dabei vom anderen Hund umgeworfen. Sie stürzte schwer und verletzte sich an der Schulter“, berichtet die Tochter. „Als die Halter des anderen Hundes angerannt kamen, meinten sie: ‚Er wollte doch nur spielen.‘ Das stimmt vermutlich auch, dennoch hatten wir Angst, wir kannten das Tier ja nicht!“

Im Friedrichshain war morgens ein Sylter mit seiner angeleinten Hündin unterwegs. „Ein Stück weiter befand sich ein Spaziergänger mit einem Husky, ebenfalls angeleint“, berichtet der Morsumer. „Alles war entspannt, bis plötzlich von hinten ein weiterer Hund angeprescht kam. Wir hatten ihn zuvor nicht bemerkt. Mein Hund geriet in Panik, es gab ein Riesengezeter von beiden Seiten. Ich rief der Halterin zu, sie solle ihren Hund doch endlich zu sich rufen. Da meinte sie, das hätte keinen Sinn, er hört ja sowieso nicht.“

In der Nordmarkstraße liefen drei Hunde, davon zwei Bullterrier, alleine und ohne Halsband aus einem Garten und auf eine Westerländerin mit ihrer Hündin zu. Die Terrier verbissen sich in die Mischlingshündin, die anschließend im Notdienst versorgt werden musste. Zwei Anwohner kamen angerannt und griffen beherzt ein, wobei sich beide beim Sturz auf die Straße Verletzungen zuzogen.

Hundehalter müssen Angriffsrisiko minimieren

Alles Fälle, die man leicht hätte vermeiden können, doch leider sind sie keine Ausnahme. „Wir hören fast täglich solche Geschichten“, bestätigt Helge von Eitzen, Ausbilder im Schäferhundverein Sylt, kopfschüttelnd. „Natürlich kann man nicht jede Rauferei unter Vierbeinern verhindern, aber als Hundehalter trägt man die Verantwortung und muss das Risiko minimieren, so gut es geht.

Es gibt Hundestrände und Auslaufflächen auf der Insel, wo der Hund sich austoben kann, ansonsten muss man sich an die Leinenpflicht halten. Dies gilt auch, wenn der eigene Hund total lieb ist. Andere Hunde haben vielleicht trotzdem Angst vor ihm, weil sie schon mal gebissen wurden. Oder sie sind krank oder einfach unsicher, Gründe dafür kann es viele geben. Wenn ein Hund an der Leine ist, darf einfach kein anderer Hund auf ihn zu preschen. Dafür muss das Herrchen oder das Frauchen Sorge tragen!“

Zahl der Kollisionen unter Vierbeinern und Beißereien ist hoch

Beate Poldinger, Vorsitzende des Gebrauchshunde- Sportvereins, kann das alles nur zu gut bestätigen. „Ich bin manchmal richtig erschüttert, wie oft es zu Kollisionen unter Vierbeinern oder gar zu Beißereien kommt. Wir haben Hundevereine, Hundetrainer, Rettungshundestaffeln – also diverse Möglichkeiten, um sich Rat einzuholen oder seinen Vierbeiner zu beschäftigen. Und wer einfach nur spazieren gehen möchte, der hat ja wirklich viele Möglichkeiten auf unserer schönen Insel, um seinen Hund auszulasten.“

Von Eitzen und Poldinger betonen: „Wir haben so viele tolle Hunde und Hundehalter und möchten nicht, dass diese in Kritik geraten. Es sollte doch jeder, ob mit oder ohne Tier, entspannt und freudig des Weges gehen können.“ Und dabei gehört der beste Freund des Menschen, egal, ob klein oder groß, natürlich an die Seite „seines Menschen“.

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