Wohnungsbau auf Sylt : Vieles wird neu, manches muss weichen

Derzeit das größte KLM-Projekt: der Bau von 60 Dauerwohnungen auf dem Bastianplatz in Westerland.
Derzeit das größte KLM-Projekt: der Bau von 60 Dauerwohnungen auf dem Bastianplatz in Westerland.

KLM-Leiter Marcus Kopplin äußert sich im Interview zu aktuellen und zukünftigen Wohnungsbauprojekten auf der Insel.

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30. Juli 2015, 05:14 Uhr

Zu einer Informationsfahrt über die Insel trafen sich am Montag Gemeindevertreter und Mitglieder des Wohnungsbauausschusses sowie Mitarbeiter des Kommunalen Liegenschafts-Managements (KLM) der Gemeinde Sylt. Bei einer Bestandsbesichtigung der wichtigsten von KLM verwalteten Häuser und Grundstücke mit insgesamt 731 Wohneinheiten ging es um das bisher Erreichte, aber auch um Projekte, die bis 2020 auf der Agenda stehen. KLM-Chef Marcus Kopplin erläuterte der Sylter Rundschau den aktuellen Stand des kommunalen Wohnungsbaus und was künftig alles geplant ist.

Herr Kopplin, wo baut KLM gegenwärtig neue Wohnungen für Sylter?
Aktuell befinden sich insgesamt 141 Wohneinheiten im Bau, allesamt auf Westerländer Gebiet. In der Stettiner Straße entstehen zwölf Wohnungen, 60 auf dem Bastianplatz als größtes laufendes Projekt, in der Friesischen Straße werden 27 Wohnungen gebaut, weitere zehn im Hoyerweg und in Apenrader Straße und Kollundweg, also am Schulzentrum, errichten wir 32 neue Wohneinheiten.

Welche Objekte werden aktuell umgebaut oder saniert?
Zur Zeit werden keine Wohnungen umfangreich saniert oder modernisiert. Die letzten Umbauten erfolgten in der ehemaligen Mutter-Kind-Einrichtung im Kirchenweg 26, dem Ida-Ehre-Haus, mit der Schaffung von 15 neuen Wohneinheiten sowie im Keitumer Bahnhof, wo zwei zusätzliche Wohnungen sowie zwei Gewerbeeinheiten mit Betreiberwohnungen geschaffen wurden.

Wo soll in Zukunft neu gebaut werden?
In konkreten Planungsphasen befinden sich derzeit rund 160 weitere Wohneinheiten im gesamten Gemeindegebiet: die Wohnsiedlung Süd mit 72 Wohnungen und der Bastianplatz mit 20 Wohnungen für die Lebenshilfe sowie weiteren zehn Wohneinheiten in Reihenhäusern. Hinzu kommt Kampende in Tinnum mit 18 Wohneinheiten in Reihenhäusern für Landesbedienstete. Für die ehemalige Grundschule in Morsum sind die genaue Anzahl der Wohneinheiten und auch die Wohnformen derzeit noch offen. Mit den Planungen für das StOV-Gelände am Bahnweg mit zirka 130 Wohnungen sowie für den Anbau des Ida-Ehre-Haus soll im Herbst begonnen werden.

Wo lohnen sich keine Investitionen? Was muss abgerissen oder verkauft werden?
Folgende Bestände lassen sich nicht mit einem wirtschaftlich vertretbarem Aufwand modernisieren, das heißt, hier müssen mittelfristig Abriss- und Neubaukonzepte erarbeitet und dann auch umgesetzt werden. Betroffen davon sind in Westerland die Wohnsiedlungen Westhedig und Hugo-Köcke-Weg, die beiden hohen Häuser in der Danziger Straße 4 und im Theodor-Heuss-Weg 5 sowie alle KLM-Gebäude in der Alten Bahnhofstraße in List.

Wären diese Gebäude nicht zumindest in ihrer Bausubstanz zu retten?

Technisch lässt sich alles machen, das stimmt. Doch wirtschaftlich modernisieren heißt, dass die gesetzlich vorgeschriebenen energetischen Standards sowie die heutigen Anforderungen der Menschen an zeitgemäßen Wohnraum in Bezug auf Zimmeraufteilung, Ausstattung, Barrierefreiheit und Ähnlichem auch realisiert werden können. Aber zu Kosten, die nicht über denen eines Abrisses mit anschließendem Neubau liegen.

Was passiert mit den Mietern der Häuser, die in den nächsten fünf bis zehn Jahren abgerissen werden sollen?

Mit jedem Mieter des KLM wird im Rahmen der bestehenden mietvertraglichen Gegebenheiten eine individuelle Lösung für seine wohnlichen Situation gefunden.

Würde KLM auch Grundstücke verkaufen, auf denen marode Objekte stehen?
Verkauft werden grundsätzlich keine Liegenschaften, über eine Vergabe von Grundstücken im Rahmen von Erbbaurechten ist allerdings nachzudenken.


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