zur Navigation springen

Neujahrsempfang in Hörnum auf Sylt : Viele Worte und ein kleiner Eklat

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Bürgermeister Rolf Speth blickte auf 2015 zurück – und verärgerte Ingo Dehn.

shz.de von
erstellt am 05.Jan.2016 | 18:32 Uhr

Die südlichste Inselgemeinde hatte am Montagabend zum Empfang ins Restaurant Biike im Hapimag-Komplex geladen, rund 300 Hörnumer und Vertreter von anderen Gemeinden waren der Einladung gefolgt.

Persönlich begrüßten Bürgermeister Speth und Tourismus-Direktorin Finja Fröhlich die Gäste. Nach vielen Handschlägen und aufgewärmten Nasenspitzen begann Speth seine Rede mit einer erfreulichen Nachricht. Im Jahr 2015 konnte man mit Kraftanstrengung der Gemeinde und einem finanziellen Angebot vom Land Schleswig Holstein ein Neun-Familienhaus fertig stellen, in dem alle Wohnungen vermietet sind. „Besonders freut mich, dass in diesem Haus 11 kleine Kinder wohnen“.

Nach dieser kurzen Einleitung schwenkte er umgehend zu einem Thema über, das ihm unter den Nägeln brennt: „Am 11.11. feiert man normalerweise Karneval, wir wurden auch auf den Kopf gestellt. Aber von der Staatsanwaltschaft, 20 Menschen waren hier, um Durchsuchungen vorzunehmen. Da muss man sich gegen wehren, das werden wir auch tun“. Er dementierte die kürzlich veröffentlichte Überschrift dieser Zeitung, dass sich Hörnum ins neue Jahr streiten würde – der weitere Verlauf des Abends allerdings widersprach dieser Aussage: „Vor zehn Jahren bekam ich einen Brief vom Fraktionsvorsitzenden der Christdemokraten, in dem er schreib, dass er mich so lange bekämpfen will, wie ich Bürgermeister bin. Und sie sehen ja, er hatte entsprechenden Erfolg, ich bin immer noch da!“ Für diese Aussage erntete Speth spontan Applaus, allerdings auch vernehmbares Raunen und laute Widerworte von CDU-Fraktionsleiter Ingo Dehn, der sich angesprochen und verleumdet fühlte.

„ Das stimmt nicht, ich habe nie einen Brief mit so einer Aussage geschrieben“, betonte Dehn gegenüber unserer Zeitung, „ich war damals gar kein Fraktionsvorsitzender, außerdem ist das gar nicht mein Stil. Ich finde es unmöglich, das man so etwas nach zehn Jahren in so einem Rahmen auf den Tisch schmeißt, ohne dass derjenige, der da benannt wird, eine Möglichkeit hat, das richtig zu stellen. Das gehört sich nicht“, führte er weiter aus.

Bürgermeister Speth fuhr in seiner Rede damit fort, dass Hörnum in diesem Jahr damit rechnen müsse, Asylsuchende aufzunehmen. Voraussichtlich in den leer stehenden Räumlichkeiten vom ehemaligen Jugendaufbauwerk, das vom Land zur Verfügung gestellt wird. „Wir sind in großem Einklang mit der Gemeinde Sylt dabei, dass wir die Aufgabe zu stemmen haben. Wir werden da ran gehen. Dann ist es eben so, dass sie untergebracht werden, wenn sie zu uns kommen.“

Weiterhin erwähnte er die lange vakante Stelle der Tourismusdirektion, auf der seit dem 1. April Finja Fröhlich wirkt. „Ich gehe diesbezüglich frohen Mutes ins neue Jahr und glaube, dass wir dort eine gute Wahl getroffen haben.“

Speth erwähnte mit müdem Lächeln den Rechtsstreit mit dem örtlichen Campingplatzpächter, der in dem bereits zwölf Jahre währenden Streit mit der Gemeinde nun eine Klage vor dem Bundesgerichtshof prüfe. „Ja meine Damen und Herren, da klagt man sich durch und es findet kein Ende.“

Wichtig sei hingegen, die geplanten Wohnungsbauvorhaben im Ort zu realisieren. „Wir müssen die Einwohnerzahl von 1000 halten, deswegen müssen wir den Wohnungsbau vorantreiben. Wie das geschehen soll, kann ich auch nicht sagen“.

Zu den Finanzen sagte der Bürgermeister, „dass wir dieses Jahr den Haushalt Spitz auf Knopf abschließen werden.“ Für den Notfall hätten Kurverwaltung und Tourismusservice aber „noch eine halbe Millionen liegen“, man sei immer noch gut aufgestellt. „Und für Essen und Trinken reicht es heute auch noch.“ Kaum hatte Speth den Gästen ein frohes neues Jahr gewünscht, füllten sich blitzschnell die Schlangen am Buffet, wo Brötchen und Suppe warteten.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen