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Sylter Rundschau

20. Oktober 2017 | 15:20 Uhr

Viele ungeklärte Fragen

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Zum gestern von allen Beteiligten erarbeiteten Konzept des „Sylter Kreißsaals“

von
erstellt am 14.Dez.2013 | 00:31 Uhr

Noch steht das neue Geburtshilfe-Konzept auf wackeligen Füßen – zu viele Fragen sind bisher ungeklärt. Wer zahlt die Haftpflichtversicherungen der Gynäkologen auf Dauer? Und verdienen die Hebammen mit der reduzierten Zahl an Geburten noch genug Geld, damit sich das Modell für sie lohnt? Die Zeit, die durch das gestrige Treffen gewonnen wurde, werden Kreis, Land und die Gemeinde Sylt dringend brauchen, um den „Sylter Kreißsaal“ in einen rechtlichen Rahmen zu gießen.

Doch schon jetzt ist klar, dass am Ende die Hebammen über die Zukunft der Sylter Geburtshilfe entscheiden werden. Nur mit ihrer Zustimmung kann der „Sylter Kreißsaal“ vom verheißungsvollen Konferenzpapier zur lebendigen Praxis werden. Steht auf dem Rechenzettel der Geburtshelferinnen allerdings ein zu geringer Betrag, so werden ironischerweise sie es sein, die die Sylter Geburtshilfe noch im Säuglingsstadium eingehen lassen müssen.

In der Konzernzentrale von Asklepios kann man hingegen zufrieden sein – sehr eng haben sich die Akteure am Vorschlag des Hamburger Unternehmens orientiert. Trotzdem müssen die Korken an der Alster in der Flasche bleiben. Zu viel gutes Image ist bereits in den letzten Wochen verloren gegangen. Zu durchsichtig war die Strategie des Klinikkonzerns, welcher immer neue Problemfelder säte und die Verantwortung auf andere abschob. Nach rechtlichen und betriebswirtschaftlichen Maßstäben kann man dies wohl rechtfertigen. Jetzt ist das Unternehmen mit der Bereitstellung des Kreißsaals und durch Übernahme der Versicherungskosten für zwei Hebammen Teil einer Minimal-Lösung geworden.

Das Qualitätsargument à la Kasachstan müssen sich nun die Hebammen allein gefallen lassen, die künftig viel Verantwortung zu tragen haben werden. Und obwohl das Konzept des „Sylter Kreißsaals“ noch nicht in trockenen Tüchern ist – Lob hat neben den unermüdlichen Vertretern der Gemeinde auch Ministerin Kristin Ahlheit verdient, die das Problem am Ende zu Recht zur Chefsache erklärte, und sich bei dem hochemotionalen Thema als Moderatorin bewährt hat.

Spannend bleibt die Frage, ob die Kosten für die Ärzte-Versicherungen dauerhaft von Kreis, Gemeinde oder Land getragen werden. Es wäre wünschenswert. Eine Sylter Geburtshilfe, die sich mit unsicherem Spendenaufkommen von Jahr zu Jahr schleppen muss, wäre eine Zumutung.

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