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Sylter Rundschau

19. Oktober 2017 | 10:09 Uhr

Viele Sportler und besondere Ausritte

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

In unserer Serie „Zurückgeblättert“ geht es heute um 700 000 Brötchen, belegte Betten, NATO-Manöver und einen Hundezüchter aus Lübeck

shz.de von
erstellt am 29.Sep.2015 | 05:22 Uhr

Wie das Eiland wurde, was es ist: In unserer Serie „Zurückgeblättert!“ lässt Autor Frank Deppe anhand von gesichteten Zeitungsbänden des Sylter Archivs die jüngere Vergangenheit der Insel wieder lebendig werden.


Sylt im September 1978. Rund 180 Repräsentanten der Insel folgten der Einladung der Westerländer Standortverwaltung (STOV) der Bundeswehr. Deren Leiter Wilhelm Raabe wartete in einer Ansprache mit eindrucksvollen Zahlen auf: 538 Mitarbeiter arbeiteten bei der STOV, die für die Bundeswehrangehörigen von Sylter Betrieben jährlich unter anderem 700  000 Brötchen, 275  000 Eier, 70 Tonnen Fleisch und 190 Tonnen Kartoffeln bezog. Auch die Sylter Baufirmen profitieren – allein 1977 seien 1,5 Millionen Mark für Neu- und Umbauten in den Sylter Kasernen aufgewendet worden, erläuterte Raabe.

Eine sehr zufriedenstellende Bilanz zog der TSV Westerland für das ein Jahr zuvor eröffnete Gästeheim, in dem bis zu 47 auswärtige Sportler übernachten konnten. Im Jahresverlauf 1978 wurden bis dato 4  000 Übernachtungen in den Zwei- bis Sechs-Bett-Zimmern verbucht, aufgrund der großen Nachfrage musste einigen Sportlergruppen sogar abgesagt werden.

Festtag bei der Schützensparte der Sportfreunde List: Im siebenten Jahr ihres Bestehens legte sich die Sparte eine eigene Fahne zu, die im feierlichen Rahmen vom Vizepräsidenten des Norddeutschen Schützenbundes im Haus des Kurgastes geweiht wurde. Als „ein Kunstwerk“ würdigte anschließend Lists Bürgermeister Albert Striberny die bestickte Fahne, die künftig einen Platz in seinem Dienstzimmer erhalte. Einziger Wermutstropfen: Der geplante Umzug durchs Dorf musste aufgrund eines Sturms abgesagt werden.
Sorgenfalten bei den Mitgliedern des Aero-Clubs Sylt: Die 26 Jahre alte Winde war für den Segelflugbetrieb kaum mehr tauglich. Mit rund 38  000 Mark überforderten die Anschaffungskosten für eine neue Winde den kleinen Verein, der deshalb auf Sylt um Sponsoren warb.
Freude herrschte indes beim DRK Westerland: Dank der Björn-Steiger-Stiftung konnte ein neuer Notarztwagen im Wert von 40  000 Mark in Dienst gestellt werden. Kaum hatte der DRK-Vorsitzende Ernst Schilling den Neuzugang in Empfang genommen, rückte dieser auch schon zu seinem ersten Einsatz aus – im Westerländer Wellenbad hatte ein Gast einen Herzinfarkt erlitten.
Von dem großen NATO-Manöver „Bold Guard“ wurde auch der Inselsüden tangiert: In Hörnum bauten Reservisten der Bundeswehr ein Lazarett auf, in dem 30 Ärzte und 160 Sanitäter verletzte Soldaten behandelten. Der Transport der Patienten nach Sylt erfolgte mit Hubschraubern und einem Waggon der Bundesbahn.

Zwei Ausritte der besonderen Art bereitete der Sylter Reitverein vor: Für zwei Jagden hoch zu Ross reiste eigens ein Hundezüchter aus Lübeck mit seiner Beagle-Meute an. Während es beim ersten Ritt von Keitum nach Kampen ging, führte die zweite Jagd an Hörnum entlang.
Großalarm in List: An einem Spätnachmittag stand der Dachstuhl des Restaurants „Zum alten Seebär“ in Flammen – die Feuerwehren aus List, Kampen und Westerland dämmten den Brand schließlich ein. Nach ersten Einschätzungen der Kripo war das Feuer in einem der Personalzimmer ausgebrochen.
Betroffen berichtete die „Sylter Rundschau“ über den jähen Tod des Hamburger Großverlegers Gerhard Falk, der beim Strandsegeln in Kampen einen Herzinfarkt erlitt. „Gerhard Falk war ein großer Freund der Insel. So stiftete er Geld für die Erhaltung der vorchristlichen Grabstätten, war ein Förderer der Sylter Windsurfer und der DLRG. Außerdem brachte seine Verlag drei Publikationen über Sylt heraus.“

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