Westerland : Viele Fragen an das Bastianplatz-Team

Planen die Zukunft des Bastianplatzes:  Gerd Nielsen, Richard Sprenger und Volker Holtermann (v.l.).   Foto: Jesumann
Planen die Zukunft des Bastianplatzes: Gerd Nielsen, Richard Sprenger und Volker Holtermann (v.l.). Foto: Jesumann

Noch stehen die Kosten für die geplanten Wohnungen nicht fest / Interessierte können sich per Fragebogen für Genossenschaft bewerben

Avatar_shz von
30. Juli 2012, 07:06 Uhr

Westerland | Auch KLM-Chef Marcus Kopplin packte kurzer Hand mit an und trug Stühle und Bänke in den Tagungssaal des Westerländer Rathauses - das Interesse an der Informationsveranstaltung über die Zukunft des Bastianplatzes war am Ende größer, als es die Organisatoren erwartet hatten. Neben der Vorstellung des Siegerentwurfs durch den Architekten Richard Sprenger wollte Volker Holtermann allen an der geplanten Genossenschaft Interessierten, an diesem Abend Rede und Antwort stehen.

Gleich mehreren Anwesenden brannte die Frage nach dem steigenden Verkehrsaufkommen rund um das neue Viertel unter den Nägeln. Richard Sprenger bestritt nicht, dass es zu mehr Verkehr kommen werde, unterstrich aber, dass der Bau von Wohnraum dies rechtfertige und erntete dafür spontanen Applaus: "Wenn man die Wahl hat, dann entscheidet man sich auf Sylt lieber für etwas mehr Verkehr und bekommt dafür mehr Wohnungen."

Eine weitere Sorge war das Erscheinungsbild der geplanten Häuser. So ärgerten sich einige Anwohner darüber, dass statt Spitzdächern - die für Sylt typisch seien - Flachdächer vorgesehen sind. Der Architekt widersprach dieser Meinung: "Das Areal um den Bastianplatz ist sehr heterogen - es gibt nicht nur Spitzdächer. Sylt hat etwas Modernität verdient. Es ist der Stand der Zeit."

Nach dem Vortrag von Richard Sprenger referierte Volker Holtermann über das Genossenschaftsmodell, das 48 Syltern zu einer Art Eigentumswohnung auf dem Bastianplatz verhelfen soll. Unter den Interessierten waren auch Daniel und Daniela Nissen. "Wir haben einen eineinhalb Jahre alten Sohn und wollen gerne auf der Insel bleiben." Das Genossenschaftsmodell sei nun "der letzte Strohhalm", ansonsten "müssen wir aufs Festland ziehen". Wer der Genossenschaft beitrete, der werde an der "Gründung eines kollektiven Bauherren" mitwirken, so Holtermann. Momentan gebe es in Schleswig-Holstein 23 Genossenschaften dieser Art. Fünf seien mittlerweile in der Wohnphase.

Mitinitiator Gerd Nielsen (SPD) rechnete vor, dass bei einem Eigenkapitalanteil von 15 Prozent, einem Quadratmeterpreis von 300 Euro für eine 100 Quadratmeterwohnung von jedem Genossen rund 30 000 Euro aufgebracht werden müssten. Der Startschuss der Genossenschaftsarbeit soll am 1. September um 13 Uhr in den Räumen der Lebenshilfe fallen. Dann laden die Initiatoren zu einem ersten Workshop. Alle interessierten können sich unter www.bastianplatz-sylt.de über einen Fragebogen für die Genossenschaft bewerben.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen