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Neujahrsempfang in List/Sylt : Viele Aufgaben für Strenger-Nachfolger

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Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Auf seinem letzten Neujahrsempfang als Bürgermeister skizzierte Wolfgang Strenger eine Fülle von Projekten, die es zu bewältigen gilt. Die meisten wird sein noch unbekannter Nachfolger umsetzen müssen, wenn Strenger Ende 2014 zurücktritt.

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erstellt am 16.Jan.2014 | 06:00 Uhr

Für ihn war es der letzte Neujahrsempfang, zu dem er die Lister als Bürgermeister eingeladen hat. Doch Wehmut ist Wolfgang Strengers Sache nicht. Seinen zum Jahresende angekündigten Rücktritt nach dann neun Jahren handelte er in wenigen Sätzen am Ende seiner Rede ab. Die Entscheidung sei ihm schwer gefallen, zumal er dem Ort seit seit sieben Jahrzehnten verbunden sei und es noch viele offene Projekte gebe. Gründe seien einzig und allein die Gesundheit und ein Versprechen, dass er seiner Frau gegeben habe. Er hoffe, dass bis spätestens Mitte des Jahres feststehe, wer sein Nachfolger wird. Denn: „Es gibt viele offene Projekte.“

Und so war seine Ansprache vor rund 250 Besuchern im Erlebniszentrum Naturgewalten auch so etwas wie eine Aufgabenliste für den bislang noch nicht gefundenen Nachfolger. Wobei Strenger für einige der Projekte gerne noch selbst den Grundstein legen würde. Zum Beispiel für den Neubau von Feuerwache und Bauhof unter einem Dach. Mit dieser 2-in-1-Lösung könne die Gemeinde gegenüber einer aufwendigen Sanierung und Erweiterung der beiden Altgebäude Geld einsparen und Synergien nutzen. Entstehen soll der Neubau nördlich der Tankstelle, finanziert werden durch den Verkauf von alter Feuerwache und Bauhof-Halle.

Auf einen Baubeginn noch dieses Jahr hofft Strenger auch auf dem Grundstück der ehemaligen Fahrbereitschaft, die sich immer mehr zu einem „Schrottplatz“ entwickele. Dort sollen neben einem Hotel für junge Gäste ein neuer Standort für den Edeka-Markt entstehen sowie Läden und Mitarbeiterwohnungen entstehen. Da die Gemeinde „fast täglich“ Dauerwohnraum verliere, müsse sie dringend gegensteuern. Dazu wird die Gewoba-Nord auf einem gemeindeeigenen Grundstück am Hermannshain 24 Wohnungen bauen und die Gemeinde am Rande der Zollfenne Grundstücke auf Erbpachtbasis an bauwillige Familien vergeben.

„Bald etwas passieren“ muss Strengers Ansicht nach, um den Stillstand auf dem MVS-Gelände zu beenden. Die Lösung könne nur ein „gesunder Mix“ statt hunderter Wohnungen sein. Für das ebenfalls leer stehende Lister Offizierheim kündigte er eine Neu-Ausschreibung des Bundes „nach den Eckdaten der Gemeinde“ für den 17. Januar an. Zweitwohnungen und Grundstücksteilung werde man nicht zulassen, eine Hotelnutzung hingegen schon.

Und natürlich versäumte es Strenger nicht, allen zu danken, die in List zu einem funktionierenden Gemeinwesen beitragen – von der „hervorragend aufgestellten“ Feuerwehr, dem Bürgerbüro und den Gemeindevertretern über Kindergarten, Bauhof und Tourismus-Service bis hin zum Erlebniszentrum Naturgewalten sowie „allen, die bei ’Christian’ und ’Xaver’ tatkräftig mit angepackt haben“.

Zur Abrundung des Neujahrsempfanges fehlte eigentlich nur eines: die Präsentation eines Bürgermeister-Nachfolgers für Wolfgang Strenger (FWG). Doch der Weg dahin könnte noch schwierig werden. Seine beiden Stellvertreter zumindest schlossen den Posten für sich auf Nachfrage aus. „Ich habe von Anfang an gesagt, dass mir als selbstständigem Unternehmer und Familienvater dafür die Zeit fehlt“, sagte der erste stellvertretende Bürgermeister Ronald Benck (CDU). Nicht anders argumentiert der zweite Vize Manfred Koch (SSW), der auf Strengers „Fulltime-Job“ verwies, den kein Berufstätiger nebenher machen könne. Bleiben theoretisch noch 16 weitere Gemeindevertreter, die nach Strengers Ausscheiden aus der Gemeindevertretung den Job übernehmen könnten. Wobei Benck als Vertreter der stärksten Fraktion betonte, dass die CDU – wie schon bei Strenger – kein Problem mit einem Bürgermeister aus einer anderen Fraktion habe.

Für Gesprächsstoff unter den Besuchern sorgte neben der ungeklärten B-Frage vor allem die Lister Schwimmhalle, für die der Nutzungsvertrag Ende des Jahres ausläuft. Mit großem Unverständnis reagiert man im Inselnorden auf den Alleingang der Gemeinde Sylt mit ihren Plänen für ein überdachtes Sportbecken an der Sylter Welle. Einhelliger Tenor: Wenn so die insulare Solidarität der Großgemeinde aussieht, wird langfristig in List niemand über eine Fusion auch nur nachdenken.

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