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Großübung : Viel Popcorn vor der Hörnumer Küste

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Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Was tun bei einer Schiffskollision vor Sylt mit anschließendem Ölteppich? Rund 180 Einsatzkräfte auf Sylt und Föhr probten am Sonnabend den Ernstfall. Für die Übung wurde kiloweise Popcorn in die Nordsee gekippt.

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erstellt am 08.Sep.2013 | 18:49 Uhr

Kiloweise Popcorn trieb am Sonnabend vor der Hörnumer Küste und sorgte für verwunderte Blicke von Touristen. Der Grund für die ungewöhnliche Aktion: Rund 180 Einsatzkräfte zwischen Sylt und Föhr trainierten das Schreckensszenario eines Ölunfalls. Um den schädlichen Ölteppich auf der Nordsee zu simulieren, wurden daher säckeweise Puffmais vor der Küste ins Wasser gekippt.

„Wir gehen von der Situation aus, dass zwischen Sylt und Föhr zwei Schiffe zusammengestoßen sind und nun Schweröl verlieren, das auf die Küsten zutreibt“, erklärte Thomas Langmaack vom Landesbetrieb Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz (LKN), das Übungsszenario. Zeitgleich an den drei verschiedenen Standorten Utersum (Föhr), Hörnum Reede und Odde waren das Technische Hilfswerk (THW), Feuerwehren, die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS), LKN und die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft im Einsatz. Geleitet wurde die Großübung vom Havariekommando. Die gemeinsame Einrichtung des Bundes und der Küstenländer wurde 2003 ins Leben gerufen, nachdem die brennende Pallas am 25. Oktober 1998 vor der schleswig-holsteinischen Nordseeküste auf Grund lief und im Nachgang deutliche Defizite in der Krisenbewältigung offen legte. „Unsere Aufgabe ist es, den Einsatz zu koordinieren und Material und Gerät für die Kräfte vor Ort anzufordern“, sagte Kommandosprecher Michael Friedrich.

Während in Schutzkleidung verpackte Helfer am Hörnumer Strand die Rettung von ölverschmierten Tieren probten, kreuzten mehrere Spezialschiffe vor der Sylter Küste. Die Ölbekämpfungsschiffe Odin/Lüttmoor, Sardine und Norderhever übten das Ausbringen von schwimmenden Ölsperren und das Aufnehmen des vermeintlichen Öls von der Wasseroberfläche. Mit einer u-förmigen Ölsperre leiteten zwei der Schiffe der Odin/Lüttmoor das schwimmende Popcorn zu, das dort über Ölfänger und zwei Fließbänder in das Innere des Spezialschiffs geleitet wurde.

An Land machten sich auch Kampens Strandchef Greg Baber, Bürgervorsteher Peter Schnittgard und der Vorsitzende des Landschaftszweckverbandes Manfred Ueckermann ein Bild von der Großübung. „Eine solche Übung ist für die Insel sehr wichtig, da ein solches Unglück unsere gesamte Tourismusindustrie bedrohen würde“, so Ueckermann. Am Ende der Übung zeigte sich Christian Eilers vom Havariekommando zufrieden: „Schwerpunkt der heutigen Übung war es, die Zusammenarbeit der Einsatzkräfte weiter zu perfektionieren, und das ist uns heute gelungen.“  

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