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Ehemaliges Militärareal auf Sylt : Viel Neues auf dem Marinefliegerhorst

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Die Renaturierung des 18 Hektar großen ehemaligen Militärgeländes macht Fortschritte und die Katastrophenschutzhalle befindet sich in der Sanierung.

shz.de von
erstellt am 06.Jul.2017 | 04:51 Uhr

Um sich ein Bild vom gegenwärtigen Zustand des Marinefliegerhorstes zu machen, trafen sich die Mitglieder des Umweltausschusses am vergangenen Montag zu einer Besichtigung. „Ich war beeindruckt von dem, was ich gesehen habe“, lobte der Ausschussvorsitzende Peter Erichsen. „Was sich die Natur dort alles wieder zurückgeholt hat, ist schon eindrucksvoll“. Und tatsächlich hat sich seit dem Entschluss, das ehemalige Militärgelände zu renaturieren, viel getan: Mittlerweile gibt es dort Mäh- und Weideflächen und Galloways grasen innerhalb der Viehzäune auf den Wiesen. Für andere Tiere gebe es Artenschutzmaßnahmen, erklärte Umweltamtsleiterin Ruth Weirup – für Reptilien, Amphibien und auch für Steinschmätzer, eine vom Aussterben bedrohte Vogelart. Außerdem wurden überall auf dem Areal Fledermauskästen aufgestellt.

Bald soll sich auch ein Rad- und Wanderweg über das Gelände schlängeln. „Ich kenne viele Bürger, die sich wahnsinnig darüber freuen, dass sie endlich wieder über den Flugplatz spazieren können“, sagte Peter Erichsen – und Ruth Weirup bemerkte, dass auf dem Pfad zwar noch „ein paar Löcher sind, die wir aber mit Bordmitteln flicken können“. Im Großen und Ganzen soll es schließlich eine Mischung aus Lehm-, Kies-, Schotter- und Rasenweg sein, so die Amtsleiterin. Der Friesenhain, das nördliche Wäldchen auf dem Fliegerhorste, soll in Zukunft für Besucher begehbar gemacht werden, während der südliche Wald der natürlichen Sukzession überlassen wird. „Vielleicht finden sich ja auch noch Bürger, die bereit sind, für eine oder mehrere Parkbänke zu spenden“, bemerkte Erichsen. „Unsere finanziellen Mittel sind dahingehend ausgeschöpft, allerdings wäre es bestimmt sehr einladend, wenn man sich auf dem Gelände zwischendurch auch setzen könnte.“

Auch wie man in Zukunft mit Hunden auf dem Gelände umgehen soll, wurde in der Sitzung besprochen. Grundsätzlich sei das ganze Gebiet für die Galloways eingezäunt, erklärte Ruth Weirup. Das heiße auch, dass entlang des Fußgängerweges Zäune sind und Hunde nicht auf die Weiden kämen. „Die einzige Fläche, die man mit Hunden begehen könnte, wäre der Friesenhain“, so Weirup weiter. „Da es sich nicht um ein Naturschutzgebiet handelt, besteht auch kein Leinenzwang“. Damit die Vierbeiner aber nicht frei herumlaufen können, schlug sie vor, in der Gemeindesatzung aus dem gesamten Marinefliegerhorstgelände einen so genannten geschützten Landschaftsbestandteil zu machen. In diesem Gebiet, das besonderem Schutz unterliege, müssten Hunde dann durchgehend angeleint bleiben.

Kein Thema auf der Sitzung war indes die lange heftig umstrittene Nutzung der Hallen 25 und 28. Auf Nachfrage der Sylter Rundschau äußerte sich jedoch Flughafen-Chef Peter Douven: „Die Halle 25 ist seit gut zwei Monaten die neue Heimat unserer gesamten Verwaltung, die aus dem Hauptgebäude am Tower wegen akutem Platzmangel ausgezogen ist.“ Dort wird dringend zusätzlicher Platz gebraucht für die Gepäcklagerung. Das Problem wäre aber noch nicht gelöst, so Douven, der vorhandene Raum sei zeitweise an seiner Kapazitätsgrenze. Außerdem gebe es jetzt zusätzlichen Warteraum für Passagiere durch den Umzug der Luftsicherheit in nunmehr freie Räume. „Durch die zusätzlichen Flugverbindungen wurde der Wartebereich zu eng und führte bereits zu temporären Schließungen und damit Abfertigungsverzögerungen“, sagtder Flughafen-Chef. „Dies wird ab der nächsten Woche durch Umbau und Umzug der Vergangenheit angehören.“ Auch die Polizei benötigte einen ihren Bedürfnissen angemessenen Raum, der jetzt durch den Umzug bereitgestellt werden konnte. „Darüberhinaus brauchen diverse unmittelbar bevorstehende Audits Räume für die Arbeit der Mitwirkenden, die wir ebensowenig hatten, wie einen Schulungsraum“, so Douven. „Beide Erfordernisse konnten nun endlich erfüllt werden.“

In der Halle 25 lagert laut Peter Douven jetzt Flughafenequipment, das bisher in der Halle 74 untergebracht war. Die teilweise Verlagerung ermögliche dort dringend notwendige Instandsetzungsarbeiten und eine saisonale Vermietung für Luftfahrzeuge. Außerdem wurden in der Halle mit dem auffälligen Runddach zusätzlich sieben Dauerstellplätze für Flugzeuge eingerichtet und vermietet. „Die Nutzung der Halle 25 entspricht also exakt der bisherigen und unserer geplanten Nutzung“, so Douven.

Die Halle 28 befindet sich laut Flughafen-Chef in der Sanierung, die nach Plan verläuft. Aktuell würde das Dach instandgesetzt; damit das dort vorhandene Feuchtigkeitsproblem behoben und eine langfristige Nutzung für den Katastrophenschutz ermöglicht. Aus derzeitiger Sicht könnten die Beschlüsse und die darauf fußende Vereinbarung zwischen der Flughafen Sylt GmbH und der Gemeinde Sylt eingehalten werden, so Douven. Die Inselgemeinden hätten Unterstützung für den Erhalt der Katastrophenschutzhalle zugesagt. Das DRK befände sich im Sommer in interner Endabstimmung zu einer langfristigen Bindung. „Unser Miteinander ist höchst kooperativ“, sagte der Flughafen-Chef abschließend.



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