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Azubi im Interview : Viel mehr als nur ein „Teller-Taxi“

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

In unserer Rubrik „Hier lerne ich gern“ berichtet heute Jana Feilke von ihrer Ausbildung zur Fachfrau für Systemgastronomie. Die Hamburger Abiturientin hat sich dafür das "Fisch-Imperium" von Jürgen Gosch ausgesucht.

shz.de von
erstellt am 13.Dez.2013 | 12:30 Uhr

Jana Feilke (21) kam eigens aus Hamburg, um sich im Sylter „Fisch-Imperium“ von Jürgen Gosch zur Fachfrau für Systemgastronomie ausbilden zu lassen. Mittlerweile ist ihre Ausbildung abgeschlossen und die junge Gastronomin wieder zurück in Hamburg. Vor ihrer Abreise erzählte sie uns aber noch, wie ihr die Zeit bei Gosch gefallen hat.

Warum haben Sie sich für diese Ausbildung entschieden?
Da ich bereits als Schülerin öfter in gastronomischen Betrieben gearbeitet habe, konnte ich feststellen, dass mir die Arbeit Spaß macht und ich mich dabei wohl fühle. Daher habe ich beschlossen, eine Ausbildung in dieser Richtung zu machen.


Hatten Elternhaus, Schule oder Medien Einfluss auf Ihre Berufswahl?
Meine Eltern waren zu Anfang nicht so begeistert. „Wieso willst du mit Abitur eine Ausbildung zum Teller-Taxi machen?“ – solche und ähnliche Sätze durfte ich mir anhören. Aber das ist ja nicht das, was Systemgastronomie ausmacht. Als sie gemerkt haben, dass es mir ernst ist, und dass zur Ausbildung mehr als „nur“ Teller tragen gehört, haben sie mich tatkräftig unterstützt.


Wie entscheidend war für Sie die Lehrstelle in diesem Betrieb?
Die Lehrstelle war für mich dahingehend entscheidend, dass ein komplett neuer Lebensabschnitt in einer ganz anderen Umgebung fernab von der Heimat und Freunden für mich begonnen hat. Ich war auf mich allein gestellt, habe aber schnell neuen Anschluss gefunden und bin über mich hinausgewachsen. Und der Name Gosch ist schließlich weit über die Grenzen der Insel bekannt und beliebt – wer würde hier nicht mal arbeiten wollen.


Hätten Sie den Beruf auch ergriffen, wenn Sie nicht hier hätten lernen können?
Ich vermute, dass ich den Beruf auch ergriffen hätte, wenn ich nicht bei Gosch hätte lernen können. Allerdings kam es gar nicht erst zu der Überlegung, da mir beim Vorstellungsgespräch direkt ein Probearbeiten angeboten wurde, damit ich mir wirklich sicher bin, dass ich diesen Job möchte. Die zehn Tage habe ich dann – mit Rückenschmerzen vom langen, ungewohnten Stehen – mehr oder weniger gut überstanden, und so konnte ich direkt danach meinen Vertrag unterschrieben. Viel geholfen haben mir dabei die super lieben Kollegen.

 

Wie wichtig ist es für Sie, dass Ihre Lehrstelle auf Sylt ist?
Es war keine Grundvoraussetzung, dass ich eine Lehrstelle auf Sylt haben möchte. Aber natürlich habe ich die zwei Jahre auf der Insel sehr genossen. Es ist eben was anderes als die Heimat im Speckgürtel von Hamburg. Und wenn man dann vor oder nach der Arbeit mit Kollegen noch an den Strand gegangen ist – das hatte schon was.


Wie würden Sie Ihr Verhältnis zu den Ausbildern beschreiben?
Das Verhältnis zu meinen Ausbildern war von Anfang bis Ende immer sehr gut, wenn nicht schon fast freundschaftlich. Wenn ich irgendwelche Probleme hatte – egal ob beruflich oder privat – dann konnte ich immer zu ihnen gehen und um Rat oder Hilfe fragen. Und es gab immer in allen Situationen Rückendeckung.


Wie ist das Betriebsklima?
Das Betriebsklima ist im Großen und Ganzen sehr gut und familiär. Natürlich gab es auch mal kleinere oder größere Uneinigkeiten und Probleme, aber die gibt es ja auch in den besten Familien. Und ich muss sagen, es wäre doch auch etwas eintönig, wenn immer alles zu rund läuft.


Wie empfinden Sie Ihre Arbeitszeiten?
Je nachdem, wo man gerade eingeteilt ist, variieren die Arbeitszeiten natürlich sehr. Man sollte schon flexibel sein, wenn es abends mal etwas länger geht.
Was macht Ihnen am meisten Spaß?
Am meisten Spaß gemacht hat mir die Zusammenarbeit mit den Kollegen. Und da kam es nicht drauf an, ob ich mich in der Verwaltung, im Fischmarkt oder im Hafendeck befunden habe. Soweit ich mich erinnern kann, bin ich nie mit dem Gedanken „Oh nein, nicht schon wieder in diesen Laden“ aufgestanden.


Was ist das Besondere an Ihrem Ausbildungsbetrieb?
Das ist sicher das familiäre Klima, obwohl es elf Betriebe auf der ganzen Insel gibt. Das heißt, egal in welcher Niederlassung ich während meiner Ausbildung Station gemacht habe, wurde ich immer sehr herzlich aufgenommen, man hat mir gerne geholfen und alles erklärt, wenn ich mit etwas Schwierigkeiten hatte. Gosch zählt zwar zur Systemgastronomie, aber dennoch ist es besonders, dass noch viele Züge der klassischen Gastronomie in den Betrieben zu finden sind. Und das ist nicht unbedingt ein Nachteil, wie ich finde, denn dadurch kann freier und spontaner gehandelt werden.


Was wünschen Sie sich für die Zukunft?
Ich möchte mich erst einmal bei der Firma Gosch für die gute Ausbildung bedanken und betonen, dass ich auf eigenen Wunsch aus der Firma ausgeschieden bin, um neue Erfahrungen in anderen Betrieben und anderen Orten zu sammeln. Ich wünsche mir für die Zukunft, dass ich einen Betrieb finde, in dem ich mich genauso wohl fühlen kann und genauso herzlich behandelt werde, wie hier. Und wer weiß – vielleicht lande ich irgendwann wieder bei Gosch...

 

 

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