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Sylter Rundschau

24. Oktober 2017 | 02:37 Uhr

Verzögerungen beim Wohnungsbau

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Beim Neubau der Wohnsiedlung Süd sorgen Räumungen und Verhandlungen über Landesfördermittel für langsameren Baufortschritt

von
erstellt am 25.Feb.2014 | 11:24 Uhr

108 Wohnungen sind schon weg, 120 dafür neu gebaut worden: In der Wohnsiedlung Süd, in der die Gemeinde Sylt seit acht Jahren sukzessive 166 alte Wohnungen durch 258 neue ersetzen will, geht es voran – allerdings langsamer als geplant. Das zeigte eine Präsentation des Kommunalen Liegenschafts-Managements (KLM) auf der jüngsten Sitzung des Wohnungsbauausschusses.

Während es im vergangenen Herbst noch hieß, das in diesem Jahr ein Gebäude mit zwölf Wohnungen fertig gestellt werden soll, ist der Zeitplan nun etwas ins Stocken geraten. Dies läge unter anderem daran, dass mit dem Land noch über Konditionen für die finanzielle Förderung verhandelt werde, erklärt KLM–Leiter Marcus Kopplin. Da es nun eine mündliche Zusage für einen auf Sylter Verhältnisse zugeschnittenen Förderweg gebe, könnten die weiteren Planungen für die Wohnsiedlung nun zügig in Angriff genommen werden. Wann die Wohnsiedlung Süd komplett fertig sein wird, könne man momentan nicht sagen, erklärte Kopplin weiter.

In Sachen Abrissarbeiten sieht der Zeitplan vor, dass bis 2016 alle weiteren Altbauten verschwinden. Einige Wohnblöcke stehen schon jetzt recht leer – in der Breslauer Straße 5a bis c sind beispielsweise nur noch vier von zwölf Wohnungen belegt. Teils haben die Mieter befristete Mietverträge, teils wohnen sie dort mit Übergangsvereinbarungen – das heißt, dass sie eine der neu gebauten Wohnungen bekommen, sobald diese fertig sind.

„Jede Wohnung, die ich frei bekomme, werde ich nicht mehr vermieten“, betonte Horst Kompalka vom KLM gegenüber den Ausschussmitgliedern. Der Grund dafür ist auch, dass vor dem Abriss eines der Gebäude zwei Wohnungen zwangsgeräumt werden mussten, weil die Mieter nicht freiwillig gingen: KLM beziffert die Kosten für die Räumung einer Drei-Zimmer-Wohnung auf über 11 000 Euro, die angedrohte Räumung einer Ein-Zimmer-Wohnung habe rund 2 600 Euro gekostet – dabei sei man allerdings nur so günstig davongekommen, weil dem Gerichtsvollzieher rechtzeitig abgesagt werden konnte. Auch die Räumungen sorgen dafür, dass es auf der Baustelle nicht schneller voran geht: Die Bauarbeiten an der Wohnsiedlung Süd haben sich dadurch um sechs bis zwölf Monate verzögert, heißt es von KLM. „Wenn wir weiter Mieter mit befristeten Verträgen in die Wohnungen hinein nehmen, wecken wir bei den Leuten die Erwartungshaltung, dass die Gemeinde eine Lösung für sie findet, wenn abgerissen wird“, erläuterte KLM-Chef Marcus Kopplin. „Aber das können wir nicht. Woher sollen wir die ganzen Wohnungen denn nehmen?“

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