Aufruf : Versteinerte Seeigel gesucht

Restauratorin Stephanie Silligmann (re.) und ihr Team arbeiten seit gestern an der Lornsen-Gedenktafel.
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Restauratorin Stephanie Silligmann (re.) und ihr Team arbeiten seit gestern an der Lornsen-Gedenktafel.

Der Gedenkstein von Uwe Jens Lornsen am Altfriesischen Haus wird im Zuge von Sanierungsmaßnahmen wieder mit Verzierungen geschmückt.

shz.de von
12. April 2018, 06:00 Uhr

Insgesamt 27 Straßen in Norddeutschland sind nach ihm benannt, die Sylter Uwe-Düne ebenfalls, in Schleswig trägt eine Schule seinen Namen und der Schleswig-Holsteinische Heimatbund zeichnet mit der „Lornsen-Kette“ Menschen aus, die sich um die schleswig-holsteinische Kulturförderung verdient gemacht haben: Die Rede ist von Uwe Jens Lornsen, der als eine der bekanntesten Sylter Persönlichkeiten gilt. 1793 in Keitum geboren, setzte sich der Jurist für ein vereinigtes Schleswig-Holstein ein. In der Zeit des aufkommenden Nationalstolzes Anfang des 20. Jahrhunderts wurde er nicht nur als „Freiheitskämpfer“ tituliert, auch Denkmäler wurden ihm zu Ehren in Rendsburg und auf Sylt errichtet.

Lornsens politisches Engagement beeindruckte auch den Sylter Chronisten und Heimatforscher C. P. Hansen, der seit 1820 in Keitum lebte. Auf Hansens Initiative entstand eine Gedenktafel, die bis heute wattseitig und mannshoch am Altfriesischen Haus in Keitum zu finden ist. Doch der Zahn der Zeit macht auch vor Sylter Gedenksteinen nicht Halt und so haben die Söl’ring Foriining und die Landesdenkmalpflege im Zuge der aktuellen Sanierungsmaßnahmen des Sylter Museums und des Altfriesischen Hauses die Restaurierung des Gedenksteines in Angriff genommen. Bei diesem Teilprojekt engagiert sich der Rotaryclub Sylt, die Finanzierung der Sanierungsmaßnahme selbst ist durch eine Förderung aller Gemeinden der Insel, die Sylter Verkehrsgesellschaft (SVG) und den Bund über das Denkmalschutzsonderprogramm gesichert.

Die Söl’ring Foriining sucht nach solchen Exemplaren.
SF
Die Söl’ring Foriining sucht nach solchen Exemplaren.

Seit gestern ist ein Team um Restauratorin Stephanie Silligmann damit beschäftigt, alte Farbschichten abzunehmen, verrostete Metallverbindungen zu ersetzen und den Stein von Grund auf wieder herzustellen. Anhand historischer Fotos soll das ursprüngliche Erscheinungsbild rekonstruiert werden. Dazu gehören zahlreiche Versteinerungen, die die Gedenktafel zierten, im Laufe der Zeit allerdings verwitterten oder herausgebrochen wurden. Mit Hilfe von Syltern und Gästen sollen diese jetzt ersetzt werden und deshalb fragt der Sylter Heimatverein, wer noch über versteinerte Seeigel verfügt.

Wer ein solches Exemplar zur Verfügung stellt, sorgt damit nicht nur für eine möglichst originalgetreue Restaurierung der Gedenktafel, sondern wird quasi selbst zu einem Teil des Steins. Das dürfte ganz im Sinne von C. P. Hansen sein: Er wählte einen nutzlos gewordenen Grabstein als Gedenktafel für Uwe Jens Lornsen: Nicht etwa aus Sparsamkeit, sondern weil dies auf Sylt zu seiner Zeit üblich war: Dinge, die weiterverwendet werden konnten, wurden – manchmal auch zweckentfremdet – weiter benutzt. So können also die versteinerten Seeigel, die als Souvenir zu Hause im Regal liegen, jetzt dazu beitragen, die Restaurierung des Gedenksteines abzuschließen. Wer einen versteinerten Seeigel für die Restaurierung des Lornsen-Gedenksteines hat, wendet sich bitte an die Söl’ring Foriining, Tel: 04651-32805 oder info@soelring-foriining.de.

Versteinerte Seeigel zieren die Gedenktafel.
SF
Versteinerte Seeigel zieren die Gedenktafel.


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