Verlegung der Autozug-Verladung erneut Thema

Umwelt- und Verkehrsausschuss hatte einer Machbarkeitsstudie eine Absage erteilt / Beratung im Ortsbeirat Tinnum unzulässig?

Avatar_shz von
15. November 2018, 16:10 Uhr

Die mögliche Verlagerung des Autozug-Verladeterminals in den Inselosten soll in der Sylter Politik nun doch noch einmal zum Thema werden – wenn es nach einigen Mitgliedern des Hauptausschusses der Gemeinde Sylt geht.

Auf Vorschlag der Insel- und Halligkonferenz und der Norddeutschen Eisenbahngesellschaft (NEG) soll eine Machbarkeitsstudie untersuchen, ob die Verlagerung des Terminals als Alternative zum zweigleisigen Ausbau zwischen Morsum und Tinnum sinnvoll wäre. Unterstützung gab es vom Landesverkehrsministerium, das die Planungskosten in Höhe von drei Millionen Euro übernehmen will.

Dennoch hatte der Umwelt- und Verkehrsausschuss sich im September gegen eine Beteiligung der Inselverwaltung an den Planungen entschieden (wir berichteten). Diesem Beschluss ist Bürgermeister Nikolas Häckel bisher gefolgt: „Mir liegt der Beschluss vor, dass wir uns darum nicht zu kümmern haben, also kümmern wir uns darum auch nicht“, so seine Antwort auf eine Nachfrage von Hauptausschuss-Mitglied Maria Andresen (Bündnis 90/Die Grünen) zu der Studie. „Darum kann ich auch keine Fragen dazu beantworten.“

Manfred Uekermann (CDU) hätte die Studie gern im Tinnumer Ortsbeirat noch einmal zum Thema gemacht, „aber der Vorsitzende ist vom Bürgermeister darauf hingewiesen worden, dass der Fachausschuss sich gegen die Studie entschieden hat und sie darum nicht mehr in den Beiräten behandelt werden kann – das kann ich nicht verstehen.“

Der Umwelt- und Verkehrsausschuss habe die Entscheidung in erster Linie aus Aspekten des Umweltschutzes getroffen, erklärte Kay Abeling (CDU), „damit wollten wir in keiner Weise den anderen Ausschüssen und Beiräten die Möglichkeit nehmen, sich damit zu beschäftigen – aus meiner Sicht spricht nichts dagegen.“

„Die neue Hauptsatzung der Gemeinde Sylt sieht vor, dass Verkehrsangelegenheiten – entgegen der Empfehlung der Verwaltung – im Umweltausschuss behandelt werden“, entgegnete Häckel. „Wenn ein Fachausschuss ein Thema für beendet erklärt, kann es nicht in jedem anderen Ausschuss und Ortsbeirat wieder eröffnet werden, sonst bekommen wir am Ende Dauerschleifen zwischen Ausschüssen und Beiräten.“

„Die Gemeindevertretung kann Themen ja durchaus wieder an sich ziehen“, merkte Lars Schmidt (Zukunft) an. „Das halte ich in diesem Fall für sinnvoll, weil das Thema doch eine gewisse Brisanz in sich birgt.“ Unterstützung bekam er von Gerd Nielsen (SPD): „Ich halte es tatsächlich für sinnvoll, das Thema vielleicht noch einmal in der Gemeindevertretung zu diskutieren, obgleich die Idee für mich von vorgestern ist – anstatt die Autoverladung zu verlegen und den Verladeverkehr dadurch möglicherweise über einen Bahnübergang laufen zu lassen, sollten wir lieber darüber diskutieren, wie wir den Verkehr reduzieren können.“

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen