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Bahnchaos : Verkehrsminister Meyer in der Kritik

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Piraten und CDU machen Landesregierung verantwortlich für Missstände auf Marschbahnstrecke.

von
erstellt am 17.Feb.2017 | 05:49 Uhr

Die aktuellen Probleme auf der Marschbahnstrecke standen am Mittwoch auch auf der Tagesordnung einer Sitzung des Wirtschaftsausschusses im Schleswig-Holsteinischen Landtag. Auf Antrag der Piraten-Fraktion erstattete Staatssekretär Frank Nägele einen Bericht der Landesregierung zur Situation im Regionalverkehr zwischen Hamburg und Westerland. Laut Auskunft von Pressesprecher Harald Haase sei dabei weitgehend der Sachstand wiedergegeben worden, über den die Sylter Rundschau bereits nach dem Sylt-Besuch von Verkehrsminister Reinhard Meyer Ende vergangener Woche berichtet hatte.

Die vor drei Monaten wegen defekter Kupplungen aus dem Verkehr gezogenen Personenwaggons könnten doch nicht bis Ende März repariert werden, das Problem werde deshalb noch „über den Sommer“ andauern. Bis Anfang April soll ein Ersatzkonzept erarbeitet werden – auf Grundlage der 108 Ersatzfahrzeuge, die DB Regio derzeit zur Verfügung stehen sowie der noch intakten ehemaligen NOB-Fahrzeuge des Herstellers Bombardier.

Uli König, verkehrspolitischer Sprecher der Piraten-Fraktion, kritisierte nach der Ausschuss-Sitzung: „Wie erwartet hat die Landesregierung noch immer keine Lösung oder Verbesserungsvorschläge zur Situation bei der Marschbahn. Stattdessen wird verkündet, dass eine Entscheidung zu den beanstandeten 90 Waggons erst nach dem Sommer fallen soll.“ Die Landesregierung habe sich vielmehr aufs Vertrösten der enttäuschten Pendler fokussiert und die Appelle der Sylter Unternehmer als unnötige Dramatisierung der Lage abgetan. „Wir Piraten finden, dass es beschämend ist, wie hier mit den direkt und indirekt Betroffenen umgegangen wird. Wir machen uns große Sorgen, was die Untätigkeit der Regierung für die Hauptferienzeiten und den Tourismus bedeuten“, sagte Piraten-Politiker König. „Solange die Landesregierung nicht endlich intensiven Druck auf die DB Regio ausübt, den Nahverkehrsvertrag vor allem in Bezug auf die Qualität der Leistungen zu erfüllen, drohen weiterhin Einschränkungen im großen Stil.“

„Der Auftritt des Staatssekretärs war eine blanke Enttäuschung“, erklärte auch Hans-Jörn Arp, der Parlamentarische Geschäftsführer und verkehrspolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion. „Der Verkehrsminister akzeptiert einfach, dass Schleswig-Holsteins wichtigster Tourismusstandort über ein Jahr lang unter inakzeptablen Verkehrsverbindungen leiden muss.“ Das Ministerium beschränke sich auf eine Problemschilderung und tue nicht genug dafür, um alle Ressourcen zu nutzen – sei es auch auf ungewöhnlichen Wegen. „Meine Fragen, ob zum Beispiel auch im Ausland nach Ersatz gesucht oder alternative Verkehrsmöglichkeiten geprüft wurden, sind nur ausweichend beantwortet worden. Verkehrs- und Tourismusminister Meyer wirkt eher wie ein Generalbevollmächtigter der Bahn“, so CDU-Politiker Arp.







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