AWO auf Sylt : Verkauf der Syltklinik steht bevor

Der Verkauf der Wenningstedter Syltklinik soll kurz bevorstehen.
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Der Verkauf der Wenningstedter Syltklinik soll kurz bevorstehen.

Wechsel in Wenningstedt: Die Deutsche Kinderkrebsstiftung wird die Kinder-Krebs-Klinik voraussichtlich in diesem Jahr übernehmen.

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29. Januar 2015, 05:30 Uhr

Drei Jahre lang waren keinerlei Neuigkeiten zu hören zum geplanten Verkauf der Syltklinik – der Reha-Einrichtung für krebskranke Kinder und deren Familien, die zwischen Wenningstedter Dorfteich und Campingplatz gelegen ist. Auf der Gemeindevertretersitzung am vergangenen Montag teilte Bürgermeisterin Katrin Fifeik jedoch mit, dass es einen Interessenten für die Klinik gebe.

„Derzeit laufen die letzten Verhandlungsrunden des für uns zuständigen AWO-Bezirksverbandes Hannover zu einer Übernahme durch die Deutsche Kinderkrebsstiftung“, bestätigte Ingo Mansen, der zusammen mit Jörg-Eric Zarth die Syltklinik leitet. Ein Trägerwechsel noch in diesem Jahr scheint damit sehr wahrscheinlich und der weitere Bestand der Klinik damit gesichert sei. Zu den genauen Einzelheiten würden sich die Beteiligten allerdings erst Mitte Februar offiziell äußern. „Ein Verkauf an die Stiftung ist jedoch die einzig denkbare Lösung und auch der ausdrückliche Wunsch aller unserer Mitarbeiter.“

Im August 2012 war bekannt geworden, dass die AWO Hannover ihre defizitäre gemeinnützige GmbH „AWO Vita“ verkaufen möchte, zu der neben der Syltklinik zwei Mutter-Kind-Kureinrichtungen in niedersächsischen Altenau und auf Langeoog gehören. Bereits damals hofften Klinikleitung, Mitarbeiter und auch die Gemeinde Wenningstedt-Braderup, dass die Deutsche Kinderkrebsstiftung, die die anerkannte familienorientierte Arbeit der Syltklinik seit Jahren unterstützt, den Zuschlag für deren Fortführung erhält.

Man sei stolz auf das deutschlandweite Renommee der Einrichtung und die vorzügliche Arbeit der Mitarbeiter, die man auch unter einem neuen Träger gerne fortgesetzt sehe, sagte Bürgermeisterin Fifeik im Dezember 2012 gegenüber der Sylter Rundschau. „Wenn es zu einem Verkauf kommt, wäre die Stiftung aus unserer Sicht der ideale Partner, da sie ein großes Interesse hat, das Angebot wie bisher aufrecht zu erhalten“. Ulrich Ropertz, der Vorsitzende der Deutschen Kinderkrebsstiftung, betonte im gleichen Artikel, als Dachverband von Elterninitiativen aus ganz Deutschland habe man das Konzept der familienorientierten Reha in der Syltklinik mitentwickelt und sehe „mit großer Sorge, dass es jetzt auf dem Spiel steht“.

Während die nicht auf Gewinn ausgerichtete Stiftung im Falle eines Erwerbs nach wie vor bereit wäre, Geld in die Syltklinik zu investieren, sah Ropertz deren Zukunft und eine weitere Mitwirkung der Stiftung unter einem nicht gemeinnützigen Träger Ende 2012 eher kritisch: „Warum sollten wir oder andere weiter Geld spenden, nur um den Gewinn eines Trägers zu vergrößern?“

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