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Wissenschaft auf Sylt : „Verheizen wir unser Klima?“

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Mojib Latif, prominenter Kieler Klimaforscher, referierte gestern gleich zweimal auf der Insel zum Thema Klimaforschung

Die Beziehungen zwischen dem Lister Erlebniszentrum Naturgewalten und dem international renommierten Klimaforscher Mojib Latif sind langjährig und eng. Auf Einladung von Matthias Strasser, Leiter des Erlebniszentrums, war der Kieler Professor zu einem exklusiven Vortrag vor geladenen Gästen des „Club 100“ nach List gekommen. Doch nicht nur dort, sondern auch später, gestern Abend um 19 Uhr, war Latif ein weiteres Mal Referent auf der Insel, nämlich in Westerland bei der Schleswig-Holsteinischen Universitätsgesellschaft.

Das gemeinsame Thema der beiden Vorträge war selbstverständlich die Frage nach der Entwicklung des Klimas und welchen Einfluss der Mensch darauf nimmt. Die groben Fakten dürften hinlänglich bekannt sein, da sie nicht zuletzt durch die seit über 20 Jahren stattfindende Klimaschutzkonferenz der Öffentlichkeit vor Augen geführt werden. Und diese Fakten sind alarmierend. Lafit versteht es in seinen Vorträgen, die bekannten Zahlen und ihre komplexen Zusammenhänge fast im Plauderton eindrucksvoll – und das heißt auch nachdenkenswert – zu präsentieren. Unaufgeregt, mit feinen Humor grundiert und in vollkommen freier Rede verweist Latif auf die seit Jahren vorliegenden Forschungsergebnisse, die den Anstieg der Erderwärmung durch den übermäßigen Ausstoß an CO2 deutlich machen, belegt die Auswirkung zwischen Klimawandel und Anstieg des Meeresspiegel sowie die damit verbunden Konsequenzen.

Doch Latif gehört trotzdem nicht zu Apokalyptikern, die morgen die Welt untergehen sehen und uns heute erzählen wie dieser Untergang aussehen wird und für wann er zu erwarten ist. „Wir leben in einer sich dynamisch verändernden Welt, die immer wieder überraschende Kehrtwendungen macht“, begründet der Wissenschaftler seine Abneigung gegenüber Zukunftsprognosen. „Wir sollten aber unser Handeln auf den Grundlagen der besten Forschungsergebnisse ausrichten“, zitiert Latif Papst Franziskus, dessen Umwelt- und Schöpfungs-Enzyklika „Laudato si“ er für eine wichtige Lektüre hält, weil sie auch Handlungsempfehlungen enthält, die den sorgsamen Umgang mit den Ressourcen anmahnt. Nach einem Latif-Vortrag ist man zwar erschrocken über die Entwicklung des Klima und das Zutun des Menschen zu dieser Entwicklung, aber man geht nicht hoffnungslos aus dem Raum ... 

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erstellt am 08.Sep.2015 | 05:30 Uhr

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