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Tiersterben auf Sylt : Vergiftet? Tote Gänse am Strand

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Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Am Weststrand wurden in den vergangenen Tagen immer wieder tote Blässgänse gefunden. Hunde sollten unbedingt von Kadavern ferngehalten werden.

Sylt | Bis zu 40 tote Blässgänse sollen in den vergangenen Tagen am Sylter Weststrand angespült worden sein. Das meldete gestern die Schutzstation Wattenmeer. Auch an anderen nordfriesischen Stränden sei es zu Funden der toten Tiere gekommen. Warum die Vögel verendet sind, steht noch nicht endgültig fest. Die Schutzstation Wattenmeer geht allerdings davon aus, dass sich die Tiere vergiftet haben.

„Am Salzhaff in der Wismarer Bucht in Mecklenburg-Vorpommern hat es Ende Oktober ein Massensterben von Wildgänsen gegeben, die mutmaßlich an unsachgemäß ausgebrachten Wühlmaus-Bekämpfungsmitteln gestorben sind“, heißt es von einem Sprecher der Schutzstation. Da dies mit dem Todeszeitpunkt der nun an der Nordsee angespülten Gänse übereinstimme, vermutet die Schutzstation Wattenmeer einen Zusammenhang.

Der Sylter Meeresbiologe Lothar Koch meldete die ersten Beobachtungen von toten Blässgänsen gestern und vorgestern bei Rantum. Er wirft auf seinem Blog Natuerlichsylt.de die Frage in den Raum, ob die Vögel nicht im Nebel mit etwas kollidiert seien, etwa Offshore-Windkraftanlagen. Ein derartiges Gänsesterben hat er auf Sylt noch nicht erlebt: „Ich habe überhaupt noch keine tote Blässgans am Weststrand gefunden.“ Er weist Hundehalter darauf hin, dass sie ihre Tiere möglichst von den Gänsekadavern fernhalten sollen, damit sich die Hunde nicht auch noch vergiften. Zeitgleich zu Kochs Funden wurde ein totes Tier in Westerhever im Strandfund-Portal BeachExplorer.org eingetragen. Die Schutzstation Wattenmeer kontrollierte daraufhin verschiedene Sylter Strandabschnitte und barg eine der toten Gänse zur Untersuchung. „Der sezierte Vogel war etwa zehn Tage tot, stark abgemagert und hatte keine Flugmuskeln mehr. So etwas gibt es hier um diese Jahreszeit normalerweise nicht“, erläutert der Biologe Rainer Borcherding von der Schutzstation Wattenmeer. Bei dem überaus milden Herbstwetter würden die Wildgänse die Deutsche Bucht eigentlich problemlos überfliegen und erst am Niederrhein oder weiter westlich in den Niederlanden landen.

Auf der Insel selbst sammelt die Arche Wattenmeer in Hörnum die verendeten Vögel, um sie anschließend untersuchen zu lassen. Wer ein totes Tier am Strand entdeckt, wird gebeten, sich mit der Schutzstation Wattenmeer unter 04651/8881093 in Verbindung zu setzen.

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erstellt am 11.Nov.2015 | 05:30 Uhr

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