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Flüchtlinge auf Sylt : Unterricht mit Flüchtlingskindern an Sylter Schulen läuft gut

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

„Kinder haben keine Barrieren im Kopf": Neun schulpflichtige Flüchtlingskinder werden derzeit auf Sylt unterrichtet. Neulinge an St. Nicolai Schule und im Schulzentrum Sylt gut integriert.

In die Schule zu gehen, ist für die meisten Kinder in Deutschland ganz normal. Anders sieht es bei jenen aus, die mit ihren Eltern aus den Heimatländern nach Sylt geflohen sind. Wochenlang haben viele der – zum Teil desorientierten und traumatisierten – Kinder keine Schule von innen gesehen. Einige der Neuankömmlinge im schulpflichtigen Alter haben noch nie in ihrem Leben eine solche Bildungseinrichtung besucht. Die Integration der neun ausländischen Schüler auf dem Eiland klappt in der St. Nicolai Schule und am Schulzentrum Sylt bisher gut.

„Der Insel Sylt wurden neun Flüchtlingskinder zwischen sechs und 18 Jahren, die die Schule besuchen, übertragen - davon gehen vier zur Grundschule und fünf auf die weiterführende“, teilte Bürgermeister Nikolas Häckel mit.

 


Angst vor überfüllten Klassen ist unbegründet


 

Bestens auf die Flüchtlingskinder vorbereitet ist – laut Schulleiter – die St. Nicolai Schule in Westerland: „Selbst wenn noch eine Menge mehr Kinder auf die Insel kommen, hätten wir keine Probleme und alles würde laufen wie bisher“, sagt Horst-Peter Feldt. Drei Grundschüler aus Krisengebieten werden derzeit hier unterrichtet. „Die Schüler sind keine Belastung für die Lehrer“, betont Feldt energisch. Zumal eine zusätzliche Fachkraft die Dozenten im Unterricht beratend unterstütze.

Viele Menschen haben Angst vor übervollen Klassen und überforderten Lehrern. Auf Sylt sei diese jedoch vollkommen unbegründet und unnötig, sagt der Lehrer. Sollten mehr ausländische Schüler kommen, werde die Schule eine zweite Klasse ausschließlich für Flüchtlinge sowie Asylbewerber und Kinder aus dem EU-Ausland aufmachen. „Sowohl die Räume, als auch Materialien und Lehrer stehen zur Verfügung – hier ist alles vorbereitet, wie sind startklar“, sagt Feldt.

Die St.Nicolai Schule ist auf Sylt ein sogenanntes Deutsch-als-Zweitsprache (DaZ)-Zentrum. In mehreren Stufen lernen die Neulinge, von der ersten bis siebten Klasse intensiv und in Kleingruppen Deutsch. Eine extra dafür vorgesehene Lehrerin kümmert sich zunächst täglich zwei bis drei Stunden um die Kinder – in den Fächern Sport, Mathematik oder Erdkunde werden die Kleinen von Anfang an gemeinsam mit den Muttersprachlern unterrichtet.

 


Die Kinder integrieren sich in der Schule ganz von allein


 

Ziel ist es, dass die Kinder die Sprache und Kultur kennen lernen sowie integriert werden. Wobei Letzteres vom ersten Tag an ganz automatisch geschehe, erzählt der Schulleiter. „Die Kinder haben keine Barrieren in den Köpfen, die spielen und reden miteinander auf dem Schulhof – dadurch lernen die Flüchtlinge auch die Sprache.“

Das sieht die Leiterin des Schulzentrum Sylt, Gonde Detlefsen, ähnlich. Hier werden bereits jetzt Schüler aus 31 Herkunftsländern – zum Teil in speziellen Sprachkursen– unterrichtet. „Jedes Kind ist anders und wir bemühen uns zu gucken, was individuell die beste Lösung ist.“

Aber nicht nur das Wissen in den klassischen Schulfächern wird den Kindern auf der Insel vermittelt: Auch Weltoffenheit und Toleranz lernen die Flüchtlingskinder von den Syltern und andersherum, sagt Horst-Peter Feldt.

 

 

 

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