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Kommentar von Michael Stiz zur Inselliste : Unseriös und entlarvend

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Leider schadet der empörende Auftritt der wild gewordenen Akteure nicht nur ihrer Gemeinschaft, sondern der Insel selbst. Sie wird wieder durch Negativschlagzeilen auffallen.

shz.de von
erstellt am 22.Mai.2014 | 05:42 Uhr

Dass Politiker sich gegenseitig nicht schonen, ist hinlänglich bekannt. Auch, dass die härtesten Kritiker oft aus den eigenen Reihen, sprich der eigenen Partei oder Wählergemeinschaft kommen, gehört zum bekannten Politspiel und -stil. Zu den eher ungewöhnlichen Stilformen der Politik in unseren Breiten gehören – zum Glück – die Denunziation und die öffentliche „Schlammschlacht“ unter Parteifreunden. Wie ein solches Gemetzel aussieht und sich anfühlt, demonstriert jetzt die „Inselliste Zukunft Sylt“. Ein ebenso empörender wie unseriöser und entlarvender Akt von Selbstzerstörung.

Manchem mag die Inselliste als erfrischende, vielleicht sogar wünschenswert radikale Alternative zu den bekannten Parteien erschienen sein. Allerdings fiel sie bisher vor allem durch Indiskretionen, populistischen Forderungen und wilden Aktivismus im Netz auf. Politisches Gespür und echtes Engagement für die Insel und ihre Herausforderungen sind nicht die Sache von Lars Schmidt und seinen Gefolgsleuten. Dass sich unter ihnen nun eine Revolte entwickelt hat, die ihm und seinem „guten Schaf“, Katinka Gosselaar, den Stuhl vor die Tür stellen wollen, ist nach den bekannt gewordenen Vorfällen und festgestellten Defiziten der Fraktionsvorsitzenden eine längst überfällige Konsequenz. Doch Lars Schmidt sagt es selbst, die Querelen um ihn und seine Mitbegründerin der Inselliste haben einen „Kollateralschaden für die Sache an sich“ ausgelöst. Die Sprache des Krieges, der er sich hier bemächtigt, belegt, welche Kultur in diesem Verein gerade herrscht.

Man könnte den Vorgang als die Dummheiten einiger verirrter Geister abtun. Leider aber schadet der empörende Auftritt der wild gewordenen Akteure nicht nur ihrer Gemeinschaft, sondern der Insel, die sich damit wieder Negativschlagzeilen einfängt . Noch erschütternder bei dem ganzen Spektakel aber ist, dass es sich um eine menschliche Tragödie handelt. Nicht um Politik.

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