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Sylter Rundschau

20. September 2017 | 09:43 Uhr

Interview : "Unsere Schule ist gut aufgestellt"

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Nach gut einem Jahr zieht die Schulleiterin des Schulzentrums, Gonde Detlefsen, Bilanz über Ausstattung, Ausbildung und Nachwuchs-Fragen.

shz.de von
erstellt am 15.Apr.2014 | 11:48 Uhr

Seit Februar 2013 ist Gonde Detlefsen (42) Leiterin des Schulzentrums Sylt, der organisatorischen Verbindung zwischen Regionalschule und Gymnasium. Die Sylter Rundschau sprach mit der jüngsten Schulleiterin Schleswig-Holsteins im Gymnasialbereich über ihr erstes Jahr auf der Insel sowie über zukünftige Herausforderungen.

Eines Ihrer „Steckenpferde“ sei die Ausbildungsarbeit, sagten Sie bei Ihrem Amtsantritt 2013 …
Das ist gut angelaufen. Wir haben momentan drei Referendare – deutlich mehr als in den Jahren zuvor, was mich persönlich sehr freut. Ich denke, dass man neue Lehrer nur gewinnen kann, wenn man sie möglichst früh einbindet und direkt an die Schule holt. Zur Ausbildungsarbeit gehören darüber hinaus Studenten, die am Schulzentrum ihre Praktika machen und die wir dann hoffentlich ins 18-monatige Referendariat kriegen, um damit den eigentlichen Lehrernachwuchs zu gewinnen.

Bereitet Ihnen die Fluktuation innerhalb der Lehrerschaft Sorgen?
Das ist nach wie vor ein großes Problem. Im gesamten Land fehlen Lehrer für Mathematik, Physik, Informatik und Chemie. Außerdem ist die Unterrichtsversorgung ab dem kommenden Schuljahr durch die Haushaltseinsparungen leider nicht so optimal, wie wir uns das wünschen. Die landesweite Grundproblematik wird allerdings durch die spezielle Wohnungssituation auf Sylt noch verschärft. Deshalb ist die erwähnte Ausbildungsförderung sehr wichtig, damit wir für unseren eigenen Nachwuchs sorgen können.
Auch Schüleraustausche liegen Ihnen besonders am Herzen …
Ja, denn Lernen am anderen Orten ist eine ganz wichtige Erfahrung für die Schüler. Fortgesetzt wurde der Austausch mit einem schwedisch-sprachigen Gymnasium in Finnland, französisch- und spanisch-sprachige Kontakte wurden geknüpft. Ganz neu ist ein Kontakt mit der Stepping Friskole im dänischen Christiansfeld. Man muss also nicht unbedingt in die Ferne schweifen, außerdem sprehen die Schüler außer Dänisch auch Englisch miteinander – so schlagen wir quasi zwei Fliegen mit einer Klappe!

Gibt es neue Aktivitäten, die das Schulleben bereichern?
Ich bin total froh, dass wir 2013 den Adventsmarkt zum ersten Mal als gemeinsame Veranstaltung beider Schulteile durchführen konnten. Gleiches gilt für Sport- und Kulturveranstaltungen – Anfang der Woche haben unsere Abiturienten zum Beispiel ein „Happy-Video“ in beiden Schulteilen organisiert. Das stärkt den Zusammenhalt!


Zum 1. August tritt das neue Schulgesetz in Kraft. Welche Veränderungen bringt es für das Schulzentrum Sylt?
Der kurze prägnante Name bleibt, aber die offizielle Bezeichnung lautet künftig: G8-Gymnasium mit Gemeinschaftsschulteil. Es wird kleinere Änderungen in der Struktur geben, aber nichts, was uns vor unüberwindbare Hindernisse stellt. Denn das Konzept unseres Schulzentrums hat bereits seit 2010 vieles vorweg genommen, was landesweit erst jetzt kommt. Mit dem Gesetz werden jedoch neue Bezeichnungen für die Abschlüsse eingeführt: der Hauptschulabschluss heißt künftig erster allgemein bildender Schulabschluss, der Realschulabschluss mittlerer Schulabschluss. Das Abitur nach acht Jahren gibt es als G8 am Gymnasium oder als Modell G9 mit Umweg über die Gemeinschaftsschule nach dem mittleren Schulabschluss.

Wie ist der aktuelle Stand der umfangreichen Baumaßnahmen?
Ich habe ja lediglich den nunmehr letzten Bauabschnitt mitbekommen. Derzeit wird vor allem in den Außenanlagen gearbeitet. Insgesamt sind wir jetzt eine sehr gut aufstellte Schule, auch hinsichtlich des Mobiliars und aller Gerätschaften. Wenn man das mit Festlandsschulen vergleicht, haben wir besonders dank der Unterstützung des Schulverbandes eine Top-Ausstattung.

Wirkt sich die Sylter Grundschul-Problematik auf das Schulzentrum aus?
Wir als einzige weiterführende Schule auf Sylt merken natürlich, dass immer weniger Schüler kommen: Für das neue Schuljahr haben wir eine fünfte Klasse weniger als im Vorjahr. Und es ist mit Sicherheit ein weiterer Rückgang zu erwarten – dies hängt auch mit der kritischen Wohnraumsituation auf der Insel zusammen.

Könnte deshalb die Existenz des Schulzentrums gefährdet sein?
Das lässt sich schwer voraussagen. Zum Glück haben wir ein System, das auch mit weniger Schülern funktioniert. Ganz wichtig dabei ist der Aspekt der Durchlässigkeit. Die Schüler können durch Schnupperwochen gucken, wo sie am besten hinpassen, bei Bedarf und Eignung ist dann ein relativ unbürokratischer Wechsel möglich. Stolz bin ich auf die deutliche Erhöhung der Zahl derjenigen Schüler, die nach dem Realschulabschluss bei uns bleiben und ihr Abitur machen. Das muss weiter wachsen. Im neuen Schulgesetz ist eine Mindestgröße von 300 Schülern für organisatorische Verbindungen in der Sekundarstufe Eins vorgesehen – die werden wir auch zukünftig locker haben.
 

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