Neuanfang : "Unser Gott ist ein Gott des Aufbruchs"

In List fand am Sonntag der Abschiedsgottesdienst für die scheidende Pastorin Christiana Lasch-Pittkowski statt.

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15. September 2008, 06:49 Uhr

List | Von Abschied und Dankbarkeit, neuen Wegen und Gottvertrauen war am Sonntagnachmittag in der Lister Kirche St. Jürgen in Gebeten, Liedern sowie Predigt- und Segensworten immer wieder die Rede. Aus gutem Grund, denn Pastorin Christiana Lasch-Pittkowski verlässt nach 15 Jahren Sylts nördlichste Gemeinde, um künftig am Dom zu Schleswig Dienst zu tun.
"Heimat gefunden"

"Zum ersten Mal erhalte ich dort eine ganze Stelle", freute sich die Seelsorgerin voller Erwartung. Noch aber lenkte der Rahmen des festlichen Abschiedsgottesdienstes ihren Blick immer wieder zurück auf die Arbeit auf Sylt: Auf ihren Einsatz in der Gemeinde, in der Telefon- und Notfallseelsorge sowie im Kirchenkreisvorstand Südtonderns.

"Sie haben hier eine Heimat gefunden und Wurzeln geschlagen", so Propst Jörg-Michael Weißbach an die scheidende Pastorin. Er bestärkte sie aber zugleich durch die Wegweisung: "Unser Gott ist ein Gott des Aufbruchs und der Veränderung. Er wohnt im Zelt und will den Wandel." Vor der Gemeinde entpflichtete er sie sodann vom pfarramtlichen Dienst in List.
"Wunderbare Jahre"

In ihrer Predigt berichtete die Pastorin noch einmal vom Anruf des Bischofs, den sie als Zeichen begriff, "denn in solchen Momenten spricht Gott zu uns und ruft uns auf neue Wege." Dabei verglich sie sich und ihre Situation mit Sara, der alttestamentlichen Frauenfigur, die trotz vieler plausibler Bedenken zum Aufbruch bereit war. Dennoch gestand Lasch-Pittkowski vor der Gemeinde: "Es waren hier wunderbare Jahre!"

Alexander Ivanov und die Keitumer Kantorei hatten es sich nicht nehmen lassen, die gottesdienstliche Feier gemeinsam mit Hans Borstelmann (Orgel) musikalisch zu gestalten. Zwischen Orgelspiel und der Vertonung des 23. Psalms ("Der Herr ist mein Hirte") nahmen die am Gottesdienst teilnehmenden Sylter Pastorinnen und Pastoren Christiana Lasch-Pittkowski noch einmal in ihre Mitte, sprachen ihr Segensworte zu und legten ihr jeweils die Hand auf. "Da wurden die Augen aller Umstehenden von Tränen ergriffen", beschreibt der süddeutsche Erzähler Johann Peter Hebel eine ähnliche Situation. In List war es nicht anders.

Bei einer Kaffeetafel im Restaurant "Königshafen" folgten schließlich in gelockerter Atmosphäre Grußworte durch Lists Bürgermeister Wolfgang Strenger sowie der evangelischen Gemeindejugend.

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