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Sylter Rundschau

22. Oktober 2017 | 10:35 Uhr

Unglück, Einweihung, Reit-Streit

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

In der Serie „zurückgeblättert“ geht es heute um den Januar 1982, als ein Urlauberpaar vor Kampen im Eis einbrach

Die Insel hat viel erlebt und zu erzählen: In unserer Serie „Zurückgeblättert!“ lässt Autor Frank Deppe anhand von gesichteten Zeitungsbänden des Sylter Archivs die jüngere Vergangenheit des Eilands wieder lebendig werden.

Sylt im Januar 1982. Ein tragisches Unglück ist zu Jahresbeginn das Tagesgespräch auf der Insel: Als ein Urlauberpaar bei Kampen an der vereisten Nordsee mit seinem Hund spazieren geht, läuft der Cockerspaniel hinaus auf die Eisschollen und bricht dort ein. Andere Strandspaziergänger sehen, wie das Ehepaar dem Vierbeiner zur Hilfe kommen will und ebenfalls im Eis einbricht.

Dutzende von Sylter Feuerwehrleuten und ein Hubschrauber machen sich auf die Suche nach den Vermissten, doch muss diese nach einer Stunde erfolglos abgebrochen werden. Lediglich das Fahrzeug der Vermissten mit Hamburger Kennzeichen kann auf dem Parkplatz am Restaurant Sturmhaube sichergestellt werden.

Epilog: Eine Woche später treibt der Kadaver des Hundes an einer Buhne nördlich von Kampen an. Die Leichen seiner Besitzer wird das Meer erst Wochen später freigeben.

Freude beim Nachwuchs der dänischen Minderheit auf Sylt: In Nachbarschaft der dänischen Schule in der Westerländer Deckerstraße wird ein Freizeitheim gebaut. Rund 740  000 Mark investierten der dänische Staat, das Land Schleswig-Holstein und andere Geldgeber in den Bau, der unter anderem Gruppenräume, Werkstätten und Küchen beherbergt. „Wir müssen mehr dafür tun, Kinder und Jugendliche vom passiven Konsumieren des Fernsehens und der Musik abzubringen, damit sie ihre Freizeit aktiv gestalten“, mahnt Festrednerin Brenda Rudeck vom Dänischen Grenzverein bei der Einweihungsfeier an.

Getrübt ist indes die Stimmung beim TSV Westerland: Schatzmeister Heinz Warnemünde verweist auf eine kritische Kassenlage, die vor allem aus gestiegenen Reisekosten zu Spielen auf dem Festland sowie einem Rückgang der Mitgliederzahl von hundert auf nunmehr 1550 resultieren. Dennoch, so der Beschluss des Vorstands, wolle man von einer Beitragserhöhung absehen.

Sylt helau! Wie Wolfgang Navrath und Wolfgang Westenberger vom Verein Karneval Sylt stellen ein buntes Fest im Westerländer Kursaal mit hundert Mitwirkenden in Aussicht und hoffen dabei auf stärkere Besucherresonanz als im Vorjahr. Prämiert werden sollen an diesem Abend auch die originellsten Kostüme der Gäste.

Eine unerfreuliche Nachricht für Sylts Pferdefreunde kommt aus Husum: Der Kreis untersagt ab sofort das Reiten in der Braderuper Heide und fordert ein Sylter Reitwegekonzept. Umgehenden Widerspruch gegen diese Verfügung legt der Reitverein Sylt ein, während die Anweisung bei der Naturschutzgemeinschaft Sylt Zustimmung findet: „Die Bemühungen zur Rekultivierung der Heide dürfen nicht von Pferdehufen zertrampelt werden“, mahnt deren Vorsitzende Clara Enss.

Überraschend erklärt Amtswehrführer Boy Lornsen seinen Rücktritt aus gesundheitlichen Gründen. Fünf Jahre lang hatte Lornsen den Wehren des Amtes Landschaft Sylt vorgestanden, nun übernimmt der Kampener Hauptbrandmeister Ernst Marczinek den vakanten Posten kommissarisch.

„Am Mittag wärmten sich die Teilnehmer am offenen Feuer und löffelten Suppe“ – mit diesem Zitat der Sylter Rundschau war nicht etwa ein Pfadfindercamp, sondern vielmehr ein Kreis von Sylter Jägern gemeint.

30 Waidmänner waren rund um Kampen auf Fuchsjagd gegangen – indes ohne Erfolg: An zwei Stellen wurde gar kein Fuchs gesichtet, im dritten Bereich suchten zwei Füchse noch rechtzeitig das Weite.


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