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Abgeholzt : Ungesetzlich: Kahlschlag in der Bomhoffstraße

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Neuer Ärger für die Mieter der Bomhoffstraße 17 - 19: Montag wurde vor einem der beiden Häuser die Hecke abgeholzt - obwohl das laut Naturschutzgesetz im Sommer verboten ist.

Westerland | Laut Landesnaturschutzgesetz dürfen Hecken zwischen dem 15. März und dem 30. September nur einen Pflegeschnitt erhalten. Das heißt abstehende Äste dürfen entfernt, das Buschwerk so in Form gebracht werden, dass beispielsweise angrenzende Bürgersteige problemlos begehbar sind.

Um genau diesen Pflegeschnitt haben Mieter des Hauses Bomhoffstraße 17 in Westerland ihre Hausverwaltung mehrfach gebeten.

Um das, was sie am Montag bekamen, hatten sie nicht gebeten und es ist auch nicht erlaubt: Die Hecke vor ihrem Haus wurde "bis auf den Stock" runter geschnitten. Jeglicher Lebensraum für in Hecken wohnende Vögel und ähnliche Tiere ist damit genauso hin, wie der Sichtschutz für die Bewohner der Erdgeschosswohnungen.
"Das sind Methoden wie Spekulanten sie gern anwenden"

"Ein Versehen", heißt es dazu aus dem Büro der Verwaltung, der Firma RT Immobilien. Die Hecke sollte lediglich so geschnitten werden, dass sie in den nächsten zwei bis drei Jahren "schön nachwachsen" kann.
"Das sind Methoden wie Spekulanten sie gern anwenden. Es riecht danach, dass hinter dem Fall System steckt und die Mieter mit diversen Nickeligkeiten schikaniert werden sollen", sagt Jochen Kiersch, Geschäftsführer des Mietervereins in Kiel, und mit dem "Fall Bomhoffstraße" bestens vertraut. Denn das betroffene Haus gehört zu den Gebäuden, die eigentlich bereits abgerissen sein sollen, gegen deren Bewohner es aber rechtlich keine Kündigungsmöglichkeiten gibt. Deshalb - so die Version der Mieter - würden sie von Seiten der Eigentümer und Verwalter unter Druck gesetzt. Tatsächlich ist auf der Homepage der Bremer Firma SL Immobilien an Stelle ihrer Wohnungen bereits der Neubau von Ferienappartements angekündigt, geplanter Baubeginn war der Mai 2008.
Das Umweltamt wird sich des Vorgangs annehmen

Ob nun Versehen oder Absicht: Die Hecke hätte in dieser Jahreszeit nicht abgeholzt werden dürfen. Gabriele Gotthardt, Sprecherin der Stadt Westerland, kündigt deshalb an, dass sich das Umweltamt des Vorgangs annehmen werde: "Wir prüfen den Fall, machen eine Anhörung der Beteiligten und geben das Ergebnis an den Kreis." Dort ist die Untere Naturschutzbehörde dann dafür zuständig, ein Bußgeld festzulegen.

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erstellt am 25.Jun.2008 | 10:17 Uhr

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