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Regionalexpress bremst zu spät : Unfall im Westerländer Bahnhof

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Zug fährt zu schnell auf Gleis 2 ein und verschiebt Prellbock um knapp zwei Meter / Ein Bahnmitarbeiter leicht verletzt

von
erstellt am 03.Okt.2017 | 14:33 Uhr

Bei der Einfahrt in den Westerländer Bahnhof ist ein Personenzug am Feiertag gegen 11.45  Uhr nicht rechtzeitig zum Stehen gekommen und gegen den Prellbock auf Gleis 2 gestoßen. Reisende befanden sich nicht im Zug, aber der Lokführer, Rangierbegleiter und Reinigungspersonal. Nach Angaben der Bundespolizei hat sich ein Reinigungsmitarbeiter beim Aufprall leicht den Arm verletzt.

Der Zug der DB Regio befand sich auf einer Rangierfahrt und hätte  als Regionalexpress 11021 um 11.22 Uhr den Westerländer Bahnhof verlassen sollen, hatte aber schon fast eine halbe Stunde Verspätung. Bei der kurzen Rangierfahrt zwischen Tinnum und Westerland befand sich die Lok bereits am hinteren Ende des Zuges und schob fünf Personenwaggons in den Kopfbahnhof. Bahnmitarbeiter vor Ort vermuteten, dass der Sprechkontakt zwischen dem Lokführer und dem Rangierbegleiter an der Zugspitze unterbrochen war. Der Aufprall wurde aufgefangen durch einen Prellbock, der im Vergleich zum Prellbock auf dem danebenliegenden Gleis 3 etwa zwei Meter verschoben war.

Augenzeugen berichteten, dass anschließend bereits zahlreiche Fahrgäste, die eigentlich um 11.22 Uhr abfahren wollten,  in den Zug einstiegen. Sie wurden per  Lautsprecherdurchsage zum Aussteigen aufgefordert und mussten stattdessen den nächsten Regionalexpress um 12.22 Uhr von Gleis 4 nehmen.

Zu diesen Fahrgästen zählten auch die Handballer des TSV Westerland, die um 15 Uhr zu einem wichtigen Auswärtsspiel bei der SG Pahlhude-Tellingstedt in der Nähe von Heide antreten sollten, der Tabellenzweite zu Gast beim Tabellenersten. „Wir standen ziemlich weit vorne und wunderten uns, dass die Wagen noch so schnell an uns vorbeifuhren, anstatt im Schritttempo einzurollen“, berichtet Spartenleiter Lars Schnittgard, „dann krachte der Zug auch schon mit Kawumm gegen den Prellbock.“ Zum Glück ohne Fahrgäste: „Bei dem Rums hätte es sonst mehr Verletzte gegeben.“ Das Spiel endete 26:23, die Sylter haben verloren.

Nach Angaben der DB-Pressestelle sind durch den Zwischenfall drei Züge ausgefallen – die Abfahrt aus Westerland um 11.22 Uhr und die Rückfahrt um 14.40 Uhr von Hamburg-Altona sowie 17.22 Uhr ab Westerland. Das Gleis 2 und der havarierte Zug waren bis zur Freigabe durch einen „Notfallmanager“ der Deutschen Bahn gesperrt. Weitere Regionalzüge fuhren bis dahin von Gleis 4. Die Bundespolizei untersucht den Vorfall.

Zahlreiche Sylt-Besucher hatten das verlängerte Wochenende mit dem Tag der Deutschen Einheit für einen Ausflug auf die Nordseeinsel und einen Besuch beim Windsurf-Worldcup genutzt, viele Unterkünfte waren ausgebucht. Erst am Sonnabend Morgen hatte es einen Zwischenfall auf dem Sylter Flughafen gegeben, bei dem eine landende Air-Berlin-Maschine 50 Meter hinter der Landebahn auf dem Acker zum Stehen kam  und der  Airport bis Sonntag um 10 Uhr gesperrt werden musste. Verletzt wurde bei dem Flugunfall niemand.

 

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