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Unerklärlicher Schwund: KLM fehlen mehrere Millionen Euro

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

von
erstellt am 25.Feb.2014 | 13:53 Uhr

Der in den Jahren 2004 bis 2006 erfolgte Kauf von insgesamt 160 Häusern des Bundes in der Marine- und der Seedeichsiedlung kommt die Gemeinde Sylt deutlich teurer, als bisher gedacht. Das ging aus einer Präsentation von KLM-Chef Marcus Kopplin im Wohnungsbauausschusses hervor. Der Grund dafür scheint zu sein, dass sich nicht an das ursprünglich geplante Finanzierungskonzept gehalten wurde. Dadurch habe die Gemeinde bis Ende vergangenen Jahres nicht nur rund 750 000 Euro mehr Zinsen zahlen müssen, als ursprünglich geplant, wurde aus Kopplins Ausführungen deutlich. Aufgrund unterlassender Sondertilgungen der Bankkredite seien die Schulden zudem um rund vier Millionen höher, als sie heute eigentlich sein sollten. Wofür die Mittel stattdessen ausgegeben worden sind, ist unklar.

Ein weiterer Kritikpunkt an der vorherigen Arbeit des Kommunalen Liegenschafts-Management: Einnahmen, die KLM durch den Verkauf der Häuser gemacht habe, seien fälschlicherweise nicht zur Tilgung der Kredite genutzt worden, sondern für Instandsetzungen oder Investitionen in die Häuser. Diese zusätzlichen finanziellen Belastungen führte Kopplin, der KLM seit Juli 2012 leitet, als einen der Gründe für die finanziellen Engpässe des Kommunale Liegenschafts-Managements an. Um diese Belastungen abzumildern, plädiere er unter anderem für „vertretbare Mieterhöhungen“ (siehe Text links).

Auch beim Bau der Wohnsiedlung Süd sieht die finanzielle Situation von KLM deutlich düsterer aus, als vor zehn Jahren vorausgesagt: Hier müssen knapp drei Millionen Euro durch Kredite zusätzlich nachfinanziert werden, um das Projekt weiter bauen zu können. Die Gemeinde Sylt hat seit 2005 den Wohnungsbau in der Wohnsiedlung mit 854 000 Euro jährlich gefördert, in diesem Jahr soll die letzte dieser Raten gezahlt werden. Allerdings sind mit 120 fertigen Wohneinheiten noch nicht einmal die Hälfte der geplanten 258 Wohnungen gebaut worden. Wohin die schon gezahlten Millionen verschwunden sind, könne er ebenfalls nicht sagen, sagte Kopplin und fügte hinzu: „Bei KLM liegen keine dementsprechenden Dokumentationen vor.“ Der Ausschussvorsitzende Mario Pennino stellte sich vor den aktuellen KLM-Chef: „Herr Kopplin hat diese Situation vorgefunden – und die will er nun aufarbeiten.“ Kopplin betonte, daran zu arbeiten, dass die Finanzen des Kommunalen Liegenschafts-Managents künftig nachvollziehbarer seien.

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