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Unterwegs nach Sylt : Undine nimmt wieder Kurs auf Sylt

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Kapitän Torben Hass und sein bekanntes Segelfrachtschiff pendeln ab dem 21. April wieder zwischen Hamburg und der Insel.

shz.de von
erstellt am 04.Apr.2014 | 06:00 Uhr

Am 21. April nimmt das Segelfrachtschiff wieder Kurs auf Hörnum. Es ist ein Jahr her, seit Kapitän Torben Hass die regelmäßigen Fahrten zwischen Hamburg und Sylt aufnahm. Mittlerweile sind er und sein 83 Jahre altes Schiff weit über die Grenzen von Insel und Hansestadt bekannt und die Wartelisten für Passagiere übervoll. Nach einer Winterpause – derzeit liegt die Undine in Husum vor Anker – geht es am Montag in drei Wochen von Hamburg aus los. Einen Tag später läuft das Schiff im Hörnumer Hafen ein.

Kapitän Hass freut sich darauf und hat sich für dieses Jahr viel vorgenommen. So startet die Undine 2014 mit einem neuen Fahrplan. Montags legt die Undine in Hamburg ab und kommt dienstags planmäßig auf Sylt an. Mittwoch und Donnerstag sind dann aber für individuelle Frachtreisen reserviert: „Vor allem transportieren wir Baumaterial von Dagebüll nach Sylt, Amrum und Föhr“, erklärt Hass. Wegen der Bauarbeiten auf der A7 wolle die Firma Jacobsen auf den Seeweg umsteigen. Auch auf dieser Route können kurzfristig Passagiere mitfahren. „Das eignet sich besonders für Fahrgäste, die schnell seekrank werden“, erklärt Hass. Schließlich führt die Route fast ausschließlich durch das ruhige Wattenmeer – und ist mit Hin- und Rückfahrt genauso lang wie die Strecke von Hamburg nach Sylt. Geplant sind derzeit bei guter Frachtauslastung 46 Fahrten. Wenn keine Ladungsfahrten anstehen, werden Tagesfahrten für Gäste von Hörnum aus angeboten.

Hier bietet sich auch für diejenigen eine Möglichkeit, einmal auf der Undine mitzufahren, die keine Fahrkarte für die Route Hamburg–Sylt mehr ergattern konnten. Denn: „Für 2014 sind wir schon komplett ausgebucht und verkaufen jetzt schon Gutscheine für 2015“, so Hass. Freitags soll es zurück nach Hamburg gehen.

Im vergangenen Jahr ist die Undine 34 Mal zwischen Hamburg und Sylt hin- und hergefahren. Geplant waren ursprünglich 50 Fahrten – eine kaputte Ankerwinde und eine Havarie mit Treibgut legten das Segelfrachtschiff für einige Wochen still. Auch in diesem Jahr wird die Undine die 50 Fahrten nicht erreichen: Durch den veränderten Fahrplan fährt die Undine seltener zwischen Hamburg und Sylt – nämlich nur 27 Mal. Das liegt auch daran, dass Hass die Undine nur noch von Ende April bis Ende September fahren lassen will. Danach geht das Schiff auf Weltreise: „Wir wollen Ende Oktober mit der Undine an die Elfenbeinküste segeln und dort Kakaobohnen laden“, erzählt Hass. Weiter geht es dann zu einer Schokoladen-Manufaktur in New York und über die Karibik nach Guatemala. Von dort wiederum sollen Kaffeebohnen im Auftrag eines Hamburger Kaffeeproduzenten nach Deutschland gesegelt werden. „Das ist schon mal ein Vorgriff auf unsere Pläne mit den Ecolinern“, erklärt Hass. Der Kapitän ist gerade in Verhandlungen mit einer großen Hamburger Reederei. Noch in diesem Jahr soll das Erste der großen, modernen Segelfrachtschiffe auf Kiel gelegt werden, die ebenso wie die klassischen Motorfrachtschiffe Fracht über den Atlantik transportieren sollen.

Zusätzlich zu diesen hochfliegenden Plänen für die internationale Frachtschifffahrt hat Hass aber auch eine neue Idee für das norddeutsche Wattenmeer: Zusammen mit der Reederei Möller will Hass das 100 Jahre alte Frachtschiff Annemarie für seine Zwecke einsetzen. „Annemarie fährt als Versorgungsschiff für die Halligen und hat bis Anfang der 80er-Jahre auch Sylt mit Gütern versorgt“, erzählt Hass. „Sie ist der erste reine Motor-Ewer. Damals traute man dem Dieselmotor noch nicht richtig und versah sie sicherheitshalber mit einem Seglerrumpf.“ Zum 100. Geburtstag will Hass der Annemarie mit der Reederei Möller eine Segeltakelage spendieren. Dann soll das Schiff als Frachtsegler im Wattenmeer eingesetzt werden „und wird sicher auch mal nach Sylt kommen“.

Trotz alledem hat Torben Hass immer noch Zeit dafür, die Fahrten mit der Undine einfach zu genießen. „Die Undine ist mittlerweile auch ein Sylter Schiff, und ich habe persönliche Beziehungen zu einzelnen Hörnumern und Rantumern aufgebaut“, erzählt Hass. Und als neulich ein Westerländer Hotelier, der von Hass die erste Ladung Kaminholz transportieren ließ, für einen Arztbesuch nach Husum fuhr und die Undine im Hafen entdeckte, da wendete er gleich bei nächster Gelegenheit und kam auf einen Besuch vorbei – „um mir ein frohes neues Jahr zu wünschen.“

 

 

Wer auf einer der Frachtfahrten zwischen Sylt und Dagebüll mitfahren will, kann sich unter www.windjammer-shipping.de auf eine Mailingliste setzen lassen. Darüber werden die Termine für die Fahrten bekannt gegeben.

 

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